Das hatte gerade noch gefehlt. Jetzt besitzt auch Tübingen einen Null-Euro-Schein. Die violette Banknote, die so ganz leer daherkommt, ist so groß wie ein 20-Euro-Schein ist auf dem gleichen Papier gedruckt wie die »normale«, sagen wir einmal Schwester, und wirbt, natürlich, mit der Neckarfront.
Der Geldschein, der nur Scheingeld ist, trägt dafür auf der Rückseite bekannte europäische Bauwerke wie den Eiffelturm, das Forum Romanum oder auch das Brandenburger Tor. Tübingen ist nicht die erste Stadt, die auf diese Null-Lösung vertraut. Ein Franzose hatte in den 1990er Jahren die brillante Idee, aus einer Null wirklich Geld zu machen. Er hatte, clever genug, mit lizensierten Hochsicherheitsbanknoten- und Wertpapierdruckereien abgesprochen, dass er mit sämtlichen Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen, Kupferstreifen, Hologramm oder auch Durchsichtsregister die Nullnummer drucken durfte.
An diesem Beispiel nahmen Unternehmer in vier weiteren Ländern Maß, inzwischen hat auch der Zoo in Duisburg einen Null-Euro-Schein herausgebracht.
Auf der Front-Seite gucken einen eine Giraffe, ein Tiger und ein Koala in die Augen. Die Idee schlug in Duisburg so gut ein, dass der Schein bereits in der dritten Auflage gedruckt wird.
Doch dass auch eine Null kostet, haben bereits andere vorgemacht. Im Zoo muss man pro Schein zwei Euro berappen, Tübingen hält was auf sich, dafür drei Euro zu nehmen. Die erste Auflage soll zunächst einmal bei 5 000 bleiben. Wer sich rechtzeitig um eine der Nullen kümmert, könnte vielleicht irgendwann davon profitieren, wenn der Sammlerwert den Marktwert überssteigen sollte. Bei Mickey Mouse hat das auch funktioniert....
Sollte das Beispiel Tübingen funktionieren, dann werden sich Nachbarstädte, die Gleiches vorhaben sollten, schwer tun. Denn dann wäre der schnuckelige Geldschein auch nur ein weiterer, den man ablegen könnte.
Also jetzt zugreifen, schließlich gibt es an Tübinger Mitbringseln nicht gerade viele Variationen.
Aber da gerade wieder der Tübinger OB von sich reden macht, könnte man das Konterfei durchaus als Schlüsselanhänger vertreiben, vielleicht könnte man es auch wagen, ihn als Null-Nummer unter die Leute bringen – das aber wäre weißgott ein miserabler Vorschlag, schließlich hat der Mitvierziger es doch zu einer Bekanntheit gebracht, die er immer dann wieder auffrischt, wenn er in Vergessenheit geraten könnte.
Erhältlich ist die Tübinger Null beim Verkehrsverein der Stadt Tübingen an der Neckarbrücke oder wenn man es zu Fuß nicht schaffen sollte: www-tuebingen-info.de/tuebingen-shop. Wer diesen Weg wählt, muss aber die entsprechenden Gebühren mit in Rechnung stellen.