Noch einmal zurück zum Thema »Müll«, das eigentlich nie ausgeht. Das, was nicht nur die Stadt Tübingen durch herumliegende Reste beklagen muss, könnte durchaus vermieden werden, wenn die Leute ihren Dreck mitnähmen.
Da dem aber nicht so ist, die Sozialisationsstufe ganz unterschiedlich ausgeprägt ist, hat Tübingen einen weiteren Versuch mit einem solarbetriebenen Mülleimer auf dem Europaplatz unternommen. Gleich neben einem Bussteig steht das Gerät im Boden verankert, mit einem schrägen Solarpaneel. 
Der Versuch ist ganz aber ganz schön teuer: Rund 10 000 Euro soll der ferngesteuerte Müllschlucker kosten, soviel, dass es Oberbürgermeister Boris Palmer doch rausfuhr: Müllvermeidung sei schon besser.
Man hat sich aber für das Gerät entschieden, das über eine mechanische Presse verfügt, die ausgelöst wird, wenn das Gerät glaubt, den Dreck weiter nach unten schieben zu müssen. 700 Liter Müll insgesamt fasst der Schlund, das gepresste Päckchen wird dann bis zu 25 Kilogramm wiegen.

Wortkünstler Palmer spricht von der »pragmatischen Lösung eines vermeidbaren Problems« und denkt auch daran, mehr von den solarbetriebenen Müllschluckern aufzustellen. Freilich wird die Stadt sich auch damit befassen, ob sie eine kommunale Steuer auf Einwegpackungen erheben will. Denn wenn es die Steuer geben sollte, dann wird sie sich die teuren Ausgaben wohl sparen können.
Vielleicht kann Tübingen Maß nehmen an anderen Städten wie zum Beispiel Stuttgart. In der Landeshauptstadt ist der »Presshai«, wie er genannt wird, wohl angenommen worden. Überlaufen kann er nie, denn wenn er genug hat, macht er einfach die Klappe zu.

Die Sache hat indes zwei Seiten. Die inzwischen beachtliche Zahl von Pfandsammlern müssen sich mit dem Gedanken anfreunden, dass der Griff in den Behälter künftig nicht mehr so einfach sein wird. Aufschließen wird man den Hai auch nicht können, dafür hat die Stadt einen eigenen Schlüssel, ein Dreikantschlüssel reicht dafür nicht mehr.

Das hatte schon nicht nur in Stuttgart in der Szene für reichlich Aufregung gesorgt, schließlich ist das Sammeln der Pfandflaschen für viele so etwas wie ein nötiges Zubrot. Anders als in Tübingen haben die Sammler in Stuttgart eine ganz einfache Rechnung aufgemacht: »Erst waren es die Bänke, jetzt sind es die Mülleimer. Man will das, was stört und Dreck ist«, so wird einer zitiert, »in dieser Stadt unsichtbar machen.« Da soll man einer etwas dagegen sagen...