Es ist ein Thema, das ganz gut in die Saison passt. Während allerorten Touristen ganz gerne gute Speiselokale aufsuchen, auch in Tübingen, weiß niemand so recht, wie es mit drei von ihnen weitergehen soll. Da ist  zunächst einmal das »Museum«, ein Restaurant der besseren Klasse, das Ende Juni Knall auf Fall geschlossen wurde. Pächter Lothar Schmid hat den Betrieb ganz einfach eingestellt.
Zur Tagesordnung übergehen kann man damit aber nicht. Seit 1922 wird das Restaurant von der Familie Schmid geführt, Lothar Schmid hatte die Geschäfte 1984 übernommen und eigentlich war nicht abzusehen, dass es schon nach der dritten Generation ein Ende haben sollte. Wenn die Anzeichen nicht trügen, dann ist es für das Lokal am Ende sehr eng geworden. Das hätte man eigentlich auch daran sehen können, als die Tübinger Veranstalter verkündet hatten, dass es heuer keine Sommerinsel am Anlagensee geben werde. Bisher hatten das Hotel am Schloss, die Krone (Ludwig’s) und das »Museum« den, wie es heißt, Gastro-Klassiker, organisiert. Dieses am alten Platz allerdings zum letzten Mal, weil wegen des Umbaus am Europaplatz in der Tat kein Raum für das Festival an derselben Stelle mehr möglich gewesen wäre.
Dem Vernehmen nach war das Ausscheiden von Schmid aus der Reihe nicht der einzige Grund für das Scheitern gewesen. Ganz offensichtlich hatte es im Vorfeld Unstimmigkeiten gegeben, es sollen Sponsoren ihr Interesse an dem Gastro-Klassiker verloren haben. Das zweite Lokal, das schon seit längerer Zeit keine Gäste mehr bedient, ist der Waldhäuser Hof: Pächter Bernd Genzel, ausgezeichneter Koch mit internationalem Renommee, hatte seinen Betrieb Ende Mai geschlossen. Punkt. Der Vertrag sei halt ausgelaufen. Sicher darf man fragen, aus welchen Gründen Genzel den Bettel  hingeworfen hat. Es ist nicht unbekannt, dass der Eigentümer des Hauses nicht einfach zu haben war. Es ist auch nicht bekannt, wohin es Bernd Genzel verschlagen haben dürfte.
Das dritte Lokal, das man eigentlich mindestens ebenso vermissen müsste, ist das Quartier an der Sternwarte. Als die Stadt Tübingen einst für den Verein der Sternwarte die Räumlichkeiten richtete und zwei Pächter für einen mutigen Start des Restaurants sorgten, kamen unruhige Zeit über die Einrichtung. Inzwischen gibt es keinen Pächter mehr, dafür könnte ein Gerüst Mut machen, dass die umliegenden naturwissenschaftlichen Institute bald einen ruhenden Punkt bekämen. Für einen aktiven Pächter wäre über lange Zeit ein überdurchschnittliches Auskommen möglich. Die Lage des Lokals samt Biergarten ist außergewöhnlich, im Übrigen auch beim ehemaligen Waldhäuser Hof. Noch ein Wort zum »Museum«, das ja nicht bloß ein Restaurant war. Darüber sind drei Kultursäle der Museumsgesellschaft, die offengehalten sind – und das Kino »Museum«, das weiter Filme zeigen wird. Freilich wird sich die Museumsgesellschaft so rasch wie möglich um einen neuen Pächter des Restaurants kümmern müssen, denn die Pacht ist ein nicht unwesentlicher Teil der Einnahmen des Vereins.