TÜBINGEN. Eine Straßensperrung, über die sich mal ausnahmsweise wohl keiner geärgert hat – ganz im Gegenteil. Wer am Wochenende in Tübingen die Waldhäuser Straße entlang flanierte, konnte sich am Anblick von Hunderten prächtiger Pferde erfreuen, die gerade von ihren Besitzern für ihren sportlichen Einsatz vorbereitet wurden. Denn es war mal wieder so weit. Die Tübinger Reitgesellschaft und der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg haben zum alljährlichen Reit-und Springturnier eingeladen. Mehr als 750 Pferde folgten dem Ruf und so konnten sie drei Tage lang den zahlreichen Besuchern zeigen, was so in ihnen steckt. Von Dressur bis Springreiten – den Zuschauern wurde einiges geboten.
Der Höhepunkt des Tübinger Reitturniers war auch in diesem Jahr »Der Große Preis von Tübingen«. Insgesamt 31 Reiterpaare gingen bei bestem Sommerwetter an den Start. Manch ein Teilnehmer starteten gleich zweimal in dieser Prüfung beim Springreiten – natürlich auf verschiedenen Pferden.
Der Sieger des Vorjahres und Olympiasieger im Vielseitigkeitsreiten Michael Jung war nicht dabei, er hatte spät dafür gemeldet, aber rechtzeitig Bescheid gesagt.

Schließlich hatte der 35-jährige Horber schon fünf Pferde in anderen Prüfungen vorgestellt, in Zwei-Phasen-Wettbewerb schaffte er mit FischerChelsea eine Platzierung. Dafür konnten die zahlreichen Zuschauer die erfolgreichsten Springreiter Baden-Württembergs, wie Andy Witzemann, Adrian Schmid und den Pfullinger Thomas Volk bestaunen. Die fachkundigen Besucher quittierten die Leistungen der menschlichen und tierischen Athleten mit breitem Lächeln in den Gesichtern und reichlich Applaus.

Spannend bis zum Schluss
Den Sieg erkämpften sich Andy Witzemann und sein Pferd Cassadero freuen. Mit null Fehlern und einer Zeit von 75,53 Sekunden qualifizierten sich Ross und Reiter für das Stechen. Dort setzte sich der Mann vom PS-Team Winterlingen auf dem verkürzten Parcours mit einer fehlerfreien Darbietung und einer sagenhaften Zeit von 33.24 Sekunden durch. Auf seinem zweiten Pferd Calle Cool belegte er den 4. Platz. Dahinter platzierte sich Sascha Braun vom RC Achern auf Cadburry. Den dritten Platz belegte Tina Deuerer vom RV Eppelheim auf Smint.

»Schwer aber fair«
Mit diesen Worten beschrieb der frischgebackene Champion Andy Witzemann den Parcours, den es an diesem Nachmittag zu bereiten galt. Zudem lobte er die Bedingungen, die die Reiter mit ihren Pferden in Tübingen vorfanden. »Der Boden war top. Der war top gepflegt und top vorbereitet für den Großen Preis. Das hat es natürlich auch möglich gemacht, dass wir so ein schnelles Stechen reiten konnten«, so Witzemann. Er freue sich auf jeden Fall riesig über den Sieg.


Strahlende Gewinner, majestätische Rösser, begeistertes Publikum und bestens gepflegte Anlagen machen das Tübinger Reitturnier und den Großen Preis von Tübingen im Springreiten zu etwas ganz Besonderem. Auf jeden Fall ein Termin, den man sich gleich fürs nächste Jahr wieder vormerken sollte.     –boe