TÜBINGEN/ENTRINGEN. Drei zusätzliche Züge fahren nachmittags auf der Ammertalbahn von Tübingen bis Entringen. Sie sollen zwischen Montag und Donnerstag dem Gedränge nach dem Schulschluss der Tübinger Gymnasien abhelfen: um 15.37, 16.07 und 16.37 Uhr ab Hbf Tübingen. Neben diesem Angebot gaben Landrat Joachim Walter, Nahverkehrsplaner Gerhard Schnaithmann und der Ammertalbahn-Betreiber RAB weitere Verbesserungen auf der Strecke bekannt.
Bisher wurden zu diesen Stoßzeiten zusätzliche Wagen an zwei Züge angehängt. Mit dem nötigen Koppeln und Rangieren aber verschleppte man häufig noch die Verspätungen der Züge aus Richtung Reutlingen ins Ammertal hinein und bis nach Herrenberg, so Schnaithmann. Die zusätzlichen Züge mit insgesamt sechs Wagen, jeweils günstig ausgeliehen von der Hohenzollerischen Landesbahn, sollen 65 000 Euro im Jahr kosten und wären damit nur 13 000 Euro teurer als die bisher angehängten zwei Wagen.

»Fliegende Kreuzungen«
Die Anschlusssicherheit am S-Bahnhof Herrenberg in Richtung Stuttgart sei »ein großes Thema«, so der Landrat.
Neben der Elektrifizierung der Strecke soll die Ammertalbahn - als »Modul 1« des künftigen Regionalstadtbahnnetzes - zwischen Entringen und dem Hardtwald zwei weitere zweigleisige Begegnungsstellen bekommen, sogenannte »fliegende Kreuzungen«. Bisher müssen die entgegenkommenden Züge an der Engstelle Entringer Bahnhof jeweils aufeinander warten. 
Bis zur Elektrifizierung der Strecke muss die Ammertalbahn noch mit RS1-Triebwagen befahren werden. Sie sind, wie RAB-Manager Markus Kaupper einräumt, wegen kurzer Kontrollintervalle und langer Lieferfristen bei Reparaturen etwas anfällig für Ausfälle. Man habe sich da aber verbessert. 
Nicht nur für die rund 8 800 Fahrgäste pro Schultag halten die Betreiber nach Auskunft von Dieter Braun, Abteilungsleiter Verkehr, noch weitere Verbesserungen bereit. Der Sicherheit und dem Sicherheitsgefühl dient die inzwischen vollständige Ausstattung der Wagen mit Videokameras. Deren Bilddaten kann nur die Polizei auslesen. Sie werden nach drei Tagen gelöscht. Bei eventuellen Belästigungen oder Attacken möge man sich deshalb »schnell melden«, appellierte der Landrat an die Fahrgäste der Ammertalbahn. Sein Zweckverband Ammertalbahn hat die Ausrüstung nach einem Belästigungsfall im Jahr 2016 vorangetrieben und bezuschusst.
Auch die Haltestellen haben, so Bahnbetriebsleiter Frank von Meißner »eine Frischzellenkur bekommen«: mit neu gestalteten Bahnsteigen, größeren und komfortableren Wartehäuschen sowie einem verbesserten Informationssystem »in Echtzeit«. Dafür sorgen die Smartphones der Lokführer mit GPS-Verbindung. Für diesen besseren Komfort hat das Land eine halbe Million Euro bezahlt.     –mab