TÜBINGEN. Als Tropengenesungsheim wurde das Paul-Lechler-Krankenhaus 1916 am Hang über dem Tübinger Univiertel gebaut. Mit dem im Vorjahr eröffneten Neubau nebenan braucht das Difäm (Deutsches Institut für Ärztliche Mission) das Gebäude nicht mehr für seine Arbeit in der Tropenmedizin, der Geriatrie und der Palliativmedizin am Ende des Lebens. Nun soll die alte Tropenklinik zu 43 behinderten- und altengerechten Wohnungen umgebaut werden.
Das Difäm hat den erhaltenswerten Bau mit dem unvergleichlichen Blick auf die Tübinger Altstadt und die Alb nun an die Bad Saulgauer Firma Georg Reisch übergeben, die schon den Neubau als Generalunternehmer verwirklicht hat. Difäm-Direktorin Dr. Gisela Schneider und der Difäm-Geschäftsführer Wolfgang Stäbler bekräftigten die Übereinkunft in Form eines Erbpachtvertrages auf 99 Jahre bei einem gemeinsamen Termin mit dem Investor Andreas Reisch. »Wir hätten das Geld nicht gehabt für so eine Investition«, sagte die Difäm-Direktorin. Sie sei »sehr froh« über diese Lösung und habe »ein gutes Gefühl«. Das Projekt sei »ein weiterer wichtiger Baustein, auf dem Areal ein umfassendes Angebot für Alt und Jung, Gesunde und Kranke, Menschen von hier und weltweit zu bieten«.
Auch Wolfgang Stäbler lobte das »hohe Engagement und die große Kompetenz« des für den Umbau gefundenen Partners. Der Geschäftsführer des oberschwäbischen Investors verwies besonders auf die hohe architektonische Qualität, in der die altengerechten und barrierefreien Wohnungen - jeweils mit Balkon - in dem früheren Klinikbau verwirklicht werden sollen.
Mit den Planungen sei das renommierte Stuttgarter Architekturbüro »weinbrenner.single.arabzadeh« beauftragt worden. Es werde, so Reisch, auch für die Einbeziehung des Projekts in einen »Wohnpark« innerhalb des städtischen Sanierungsgebiets Waldhäuser-Ost Gewähr bieten.
Noch in diesem Jahr soll der Umbau der früheren Tropenklinik in ein barrierefreies Haus für betreutes Wohnen beginnen.     –mab