Nach nur rund 14 Monaten Bauzeit ist der Rohbau eines der derzeit größten Institutsbauvorhaben des Landes, der Neubau des Geo- und Umweltforschungszentrums (GUZ) der Universität Tübingen abgeschlossen. Vertreter der Universität, der Stadt Tübingen, des Amts Vermögen und Bau Baden-Württemberg sowie der beteiligten Firmen feierten auf dem Campus Morgenstelle mit den Bauleuten das Richtfest.

TÜBINGEN. Das GUZ ist ein weiterer Meilenstein in der Realisierung des Konzepts »Campus der Zukunft«, welches die Universität seit 2008 entwickelt hat. Dieses Konzept wurde von der Universität Tübingen entwickelt, um einerseits die Universitätseinrichtungen straffer zu organisieren und damit im nationalen und internationalen Wettbewerb erfolgreich zu bleiben. Andererseits hatte die Universität Tübingen den landesweit größten Sanierungsstau in ihren Gebäuden zu verzeichnen. Der Strukturplanung des »Campus der Zukunft« folgten konkrete Prioritätenlisten für die bauliche Umsetzung. Die Geo- und Umweltwissenschaften haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem hochkomplexen Forschungszweig entwickelt. Die unterschiedlichen Forschungsschwerpunkte werden an der Universität Tübingen im künftigen »Geo- und Umweltforschungszentrum« zusammengeführt. Der zwingend notwendigen interdisziplinären Zusammenarbeit stehen die derzeitigen elf Standorte im Stadtgebiet diametral entgegen. Mit dem Neubau des GUZ sollen diese Probleme beseitigt werden.

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Entwurf aus Rotterdam
Die planerische Grundidee des Neubaus folgt der Grundidee eine funktionale Trennung von Labor-, Büro- und Studierbereichen auf nur wenigen Geschossen zu erreichen. Daraus resultiert die flächige Bauweise, zu deren Belichtung und Verknüpfung mehrere Atrien dienen. Um dem Prinzip der Nachhaltigkeit gerecht zu werden, wurden Aspekte einer Sanierung nach einem ersten Nutzungszyklus bereits bei der Planung berücksichtigt. Dieses Prinzip wurde beim ZMBP von den Architekten des Amtes Tübingen zuerst erprobt und dann für den Neubau des Geo- und Umweltzentrums im Rahmen der Vorentwurfsplanung eingesetzt. 2013 wurden in einem wettbewerblichen Verfahren diese Vorentwürfe mit weiteren Ideen der Organisation und der Gestaltung angereichert. Die Entwürfe von KAAN Architekten aus Rotterdam überzeugten ein Auswahlgremium insbesondere wegen der vorgeschlagenen Eingangssituation, der Zuordnung der studentischen Seminar- und Hörsaalbereiche und der Überlegungen zu einer Fassadengestaltung, die sehr günstige energetische Verhältnisse abbildete.

Richtfest im Februar
Parallel zur Planung konnte auch die Finanzierung gesichert werden. Von den Gesamtbaukosten von 64,4 Millionen Euro trägt die Universität rund 36,45 Millionen Euro. Dazu kommen weitere universitäre Mittel in Höhe von acht Millionen Euro, unter anderem für die Erstausstattung des Gebäudes mit Laboren und Geräten. Der Baubeginn erfolgte Anfang Oktober 2015. Am 4. März 2016 wurde der Grundstein gelegt und am 23. Februar erfolgte nun das Richtfest zum Zeichen der Dankbarkeit der Bauherrschaft gegenüber den Handwerkern, die diesen Rohbau errichtet haben.

Bezug zum Winter 2018/19
Das Amt Tübingen geht davon aus, dass die Universität zum Wintersemester 2018 / 19 die neuen Räume beziehen kann. Im Neubau des Geo- und Umweltforschungs-zentrum (GUZ) werden rund 10.000 Quadratmeter Hauptnutzfläche zur Verfügung gestellt. Dort können dann drei Forschungsbereiche mit 20 Arbeitsgruppen unter einem Dach und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den anderen Naturwissenschaften der Universität Tübingen zusammenarbeiten.  –tw