TÜBINGEN. Ein Zeichen für Inklusion und kulurelle Vielfalt gesetzt: Vor über 400 Gästen wurde der mit insgesamt 1000 Euro dotierte 2. Adi-Pius-Kläger Kleinkunstpreis »Tübinger Fröschle« verliehen.
Aus der ganzen Republik waren die Gäste des zum zweiten Mal stattfindenden und vom Tübinger Jonglaria e.V. veranstalteten Varieté-Contest »Tübinger Fröschle« in die Universitätsstadt gereist, um Kleinkunst in all ihren Facetten zu bestaunen. Insgesamt zehn technisch versierte und kreative Shows aus den Sparten Jonglage, Clownerie, Tanz, Akrobatik und mehr wurden sowohl von renommierten Künstlern wie Markus Furtner (ehemaliges Tourneemitglied des renommierten Cirque du Soleil) oder dem Team »Jamm« (mehrfacher Deutscher Meister und Europameister im Rope Skipping) sowie Nachwuchstalenten in einer eineinhalbstündigen Galashow auf der Bühne des Festsaals der Freien Waldorfschule geboten. Eine fachkundige Jury verlieh das mit insgesamt 1000 Euro dotierte »Tübinger Fröschle« an drei Künstler.

Preisträger
Der ersten Preis (500 Euro) ging an Fabian Flender aus Freiburg mit seiner sowohl urkomischen als auch technisch überzeugenden Comedy-Jonglage-Nummer. 
Den zweiten Platz (300 Euro) holte die aus Darmstadt stammende Schattenspielkünstlerin Carola Kärcher, die mit einer nur mit ihren Händen erzählten poetischen Geschichte des Pariser Schattens »Jean-Philip de Lumière« nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum verzauberte.

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Fröschle-Maskottchen 
Den dritten Platz (200 Euro) machte der in Stuttgart geborene Diabolo-Künstler Stefan Bauer, der an der Hochschule Codarts in Rotterdam »Circus Arts« studierte. Alle drei ausgezeichneten Künstler erhielten zudem eine Jahresmitgliedschaft bei der Agentur »Eventpeppers«.
Doch auch die anderen, zum Teil auch aus den Nachbarländern Deutschlands angereisten Künstler gingen nicht leer aus: Die Sponsoren schenkten allen Teilnehmer des Contests mit einem Fröschle-Maskottchen oder mit Büchergutscheinen. 
Besonderen Applaus erhielt auch das Engagement des Vereins Jonglaria: Die komplette Veranstaltung wurde von den Mitgliedern (Hauptorganisator Marian Mey) ehrenamtlich und auf professionellem Niveau gestemmt.
Inklusion im Sinne kultureller Teilhabe spielte dabei eine große Rolle. So war nicht nur der Veranstaltungsort barrierefrei zugänglich, der Event wurde zudem von der Gebärdensprachdolmetscherin Sabine Gebhard übersetzt. Und folgte damit einer Tradition: Auch Jonglaria-Gründungsmitglied Adi Pius Kläger (ehemaliger Inhaber eines Ladens in der Tübinger Froschgasse mit Schwerpunkt auf Akrobatik-Zubehör), an den mit dem Preis erinnert werden soll, hat mit Gehörlosen zusammengearbeitet. »Das ,Fröschle’ soll nicht nur die Vielfalt im Bereich der Kleinkunst - der großen Kunst mit kleinen Mitteln - abbilden«, so Jonglaria-Mitglied Marian Mey. »Die Veranstaltung soll überdies kulturelle Teilhabe für alle Menschen unabhängig von Beeinträchtigung ermöglichen«, betont Karin Kontny, die den Veranstalter im Bereich Kulturmanagement wieder nicht nur als Sponsor, sondern auch organisatorisch unterstützte.

Auf ihre Initiative hin wurde der Kleinkunstpreis »Tübinger Fröschle« beispielsweise ausgewähltes Mitglied bei »Kultur öffnet Welten« - dem bundesweit größten Netzwerk für kulturelle Teilhabe, das seitens der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, angeregt wurde.     –tw