Die Universität Tübingen bleibt exzellent. Eine Kommission aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Bund und Ländern hat am Freitag entschieden, dass Tübingen für weitere sieben Jahre den Status einer Exzellenzuniversität erhält und entsprechend finanziell gefördert wird. »Mit diesem hart erkämpften Erfolg ist die Grundlage gelegt, um Tübingen dauerhaft in der kleinen Gruppe der weltweit besten Universitäten zu etablieren«, sagte Rektor Professor Bernd Engler. Die finanzielle Förderung durch Bund und Länder eröffne die Möglichkeit, die Universität nicht nur in einzelnen Forschungsgebieten, sondern strukturell und in einer großen thematischen Breite weiterzuentwickeln. »Die Welt wandelt sich derzeit rasch und die Wissenschaft macht da keine Ausnahme«, sagte Engler. »Genome Editing, Personalisierte Medizin, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind hier nur einige Beispiele für Entwicklungen, deren Auswirkungen langfristig die Gesellschaft insgesamt verändern werden. Angesichts dieser Situation muss die Universität in der Lage sein, rascher als bisher auf die damit verbundenen Herausforderungen zu reagieren.« 
Als einen sehr guten Tag für die Uni Tübingen bezeichnete Christian O. Erbe den Erfolg der Universität bei der Exzellenzstrategie. Der IHK-Präsident gratuliert der Universität Tübingen und allen außeruniversitären Partnern zu ihrem Erfolg. 
»Dieser Titel gibt noch einmal Impulse für die Wissenschaft, von denen auch die regionale Wirtschaft profitieren wird.« . Mit Blick auf die regionale Wirtschaft eröffnen sich durch die Entscheidung zusätzliche Potenziale: »Akademische Forschung leistet erste, maßgebliche Schritte in der Wertschöpfungskette hin zu Innovationen und Gründungen. Erfolgreiche Wissenschaft ist daher immer auch ein wichtiger Standortfaktor.« Der Titel Exzellenzuniversität und die damit verbundenen Fördermittel werden die Qualität der universitären Forschung noch einmal verstärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Universität fördern, ist sich Erbe sicher. 
Auch Annette Widmann-Mauz schickte gleich ihre Glückwünschen in die Heimat. »Ich begrüße es sehr, dass die Eberhard Karls Universität nun das zweite Mal in Folge den begehrten Titel Eliteuniversität führen darf. Damit wird die herausragende Forschung der Wissenschaftler in Tübingen angemessen gewürdigt und unterstützt. Zugleich wird unser Hochschulstandort gestärkt und das nationale wie internationale Renommee der Uni ausgebaut«, so die Tübinger Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin für Integration. Gleichwohl erinnerte sie an die wichtige Funktion der Uni für die Region. »Man darf darüber hinaus aber auch nicht vergessen, dass durch Spitzenforschung die Unternehmen in unserer Region von gut ausgebildeten Fachkräften und von innovativen Ideen profitieren.» Die Mittel aus der Exzellenzstrategie werde die Universität daher nutzen, um neue, vielversprechende Forschungsfelder an der Universität zu implementieren und flexibel auf Herausforderungen zu reagieren. Dazu würden unabhängige Nachwuchsforschungsgruppen und Tenure-Track-Professuren eingerichtet sowie das bewährte Instrument der »Exploration Funds« eingesetzt. So könne die Universität junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit hohem Potenzial nach Tübingen holen beziehungsweise hier halten. Engler sagte, zahlreiche der in der ersten Förderphase gestarteten Projekte und Initiativen hätten sich bewährt und würden daher fortgesetzt. Dazu zählten etwa das Athene-Programm für Wissenschaftlerinnen, die »Innovation Grants« für junge Postdocs zur Förderung des Wissenstransfers oder auch die »Exploration Funds« für Forscherinnen und Forscher in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Auch die Forschungsplattformen und die sogenannten Core Facilities wie QBiC, LISA+ und das eScience Center hätten sich bestens etabliert und blieben erhalten.  
Die Universität werde mit den Mitteln aus der künftigen Exzellenzförderung aber auch eine Reihe neuer Projekte starten. 

Info
Die Universität Tübingen war bereits 2012 im Rahmen der dritten Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen als Exzellenzuniversität ausgezeichnet worden. Bei der nun folgenden Exzellenzstrategie, die abermals auf sieben Jahre ausgelegt ist, werden jährlich 148 Millionen an Fördergeldern unter den 11 Exzellenzuniversitäten aufgeteilt. Seit 1. Januar 2019 werden in Tübingen zudem drei Exzellenzcluster gefördert – die Entscheidung dazu fiel im September 2018.                                 -tw