Warten. Gute Nachrichten verbreiten sich schnell. Nachdem die neue Augenklinik auf dem Schnarrenberg eröffnet worden war, hätten sich Patienten ausrechnen können, dass die Wartenzeiten kürzer werden. Das scheint so nicht zu sein. Erst unlängst hat sich ein Patienten aus Rottenburg darüber ausgelassen, dass er zur OP-Beratung einbestellt worden sei, er habe drei »Personalkontakte« von jeweils 10 Minuten gehabt, habe dafür aber an dem Tag zehn Stunden lang warten müssen. Einziger Trost für den Mann: Er hatte immerhin eine neu eröffnete Cafeteria, um sich dort zu entspannen.
Geschlossen. Das hat wohl auch noch sein müssen. Die Tübinger Altstadt, nicht gerade gesegnet mit größeren Verkaufsflächen und einem breiten Band von Angeboten wird nun auch noch auf eine gewohnte Anlaufstelle verzichten müssen. Die Mayersche Apotheke am Marktplatz schließt zum 1. Dezember ihre Türen. Trost kommt von einem Alt-Tübinger: Die Apotheke lebe zumindest »filmhistorisch« noch weiter: in dem Filmdrama »Ein Student geht vorbei« mit Paul Dahlke.
Aufgefallen. Auch das gehört zum Tübinger Alltag. Erst unlängst hat sich ein Radfahrer darüber beschwert, dass er im Schönbuch mit seinem Fahrrad um den einen oder anderen Pferdeäpfel herumkurven musste. »Vielerorts pflüge ich mit meinem Rad durch frische Pferdeäpfel« tut der Radler kund, »im Gesicht finde ich sie einfach eklig.« Da versagt sich jeder Kommentar.
Gestiftet. Der Schweizer Künstler Harald Naegeli, auch bekannt als »Sprayer von Zürich«, hat dem Kunsthistorischen Institut der Universität Tübingen eine umfangreiche Sammlung aus seinem Werk gestiftet. Wie die Universität mitteilte, übergab Naegeli der Graphischen Sammlung der Universität insgesamt 64 großformatige Federzeichnungen aus dem zentralen Werkkomplex »Urwolke«, fünf großformatige Landschaftszeichnungen sowie 84 kleinformatige Zeichnungen. Die Werke entstanden in den vergangenen zehn Jahren parallel zu Naegelis Kunst im öffentlichen Raum. In den Federzeichnungen verdichtet sich das Phänomen der Linie als Vision und Utopie und reflektiert zugleich die Auseinandersetzung mit der Natur und mit kunsthistorischen Traditionen. Der Künstler ist der Stadt Tübingen sowie der Hochschule seit Langem persönlich verbunden. »Mein Großvater Otto Naegeli lebte mit Familie in Tübingen und lehrte als hoch geachteter außerordentlicher Professor an der Universität, mein Vater ging hier zur Schule«, erzählt der Künstler. »Noch vor Ende des ersten Weltkriegs zog die Familie nach Zürich, weil mein Großvater dort eine ordentliche Professur annahm.« Die Universität Tübingen schätze er als Ort der Freiheit der Gedanken und Utopien. –tw