Bahn und Technik: Dass sich die Bahn in den vergangenen Jahren einen Ruf für Verspätungen und andere Performance-Probleme erworben hat, ist nichts Neues. 
Schwer tut sich das Unternehmen zudem mit der Kommunikation. Seit Tagen hält Greta Thunbergs Bahnfahrt in angeblich »überfüllten Zügen« Öffentlichkeit und Medienlandschaft in Atem. 
Das Thema schaffte es nicht nur bis in die Berliner Regierung, sondern über Kontinent-Grenzen hinweg nach Australien, wo ein Fernsehsender über den ICE-Streit in Deutschland berichtete. Die Bahn reagierte pikiert auf die vorgetragene Kritik. 
Grund für Thunbergs Reise, die sie vorgeblich zeitweise auf dem Boden sitzend verbrachte, war wohl ein ausgefallener Zug. 
Anders in Dettenhausen. Wo es vor einigen Tagen weniger spektakulär zuging. Hier ließ die Schönbuchbahn morgens um sieben Uhr ihre Fahrgäste, darunter zahlreiche Schüler, im Regen stehen. Zwei aufeinanderfolgende Zugverbindungen fielen komplett aus. Als Ursache nannte der Betreiber der Strecke, die Württembergische Eisenbahn Gesellschaft (WEG), lapidar »technische Probleme«. 
Auch im Neckartal kam es fast zeitgleich zu Betriebsstörungen. Wegen einer defekten Oberleitung fuhren auf der Strecke Tübingen – Rottenburg – Horb einige Züge nicht. 
Doch statt die Probleme einfach nur zu benennen, sollten die Bahnbetreiber endlich die Ursachen beseitigen: unzureichende Infrastruktur, veraltete Technik, Personalmangel.
 Vielen Fahrgästen ist dabei das Lachen längst vergangen. Manche DB- und Privatbahnmitarbeiter nehmen«s immer noch mit Humor. So ist im Twitter-Account@BahnAnsagen zu lesen: »Wir haben Stuttgart mit einer Verspätung von 43 Minuten verlassen. Ist doch besser als 44 Minuten!«                        -jos