TÜBINGEN. Die Zahl der Tauben in der Tübinger Innenstadt ist in den vergangenen zwei Jahren um 25 Prozent zurückgegangen: von rund 450 Tieren im Dezember 2015 auf etwa 340 Tauben bei der jüngsten Zählung. Dafür wurden die Tiere im November 2017 an insgesamt 15 Orten der Innenstadt fotografiert und gezählt, unter anderem auf der Platanenallee und im Alten Botanischen Garten.
»Mit unserem Stadttauben-Konzept konnten wir den Bestand seit der ersten Erfassung vor fünf Jahren sogar um fast zwei Drittel reduzieren. Das ist nicht nur für die Gesundheit der Menschen wichtig, sondern auch für das Wohlergehen der Tiere, die in den Taubentürmen und Taubenschlägen geeignete Nahrung erhalten«, sagt Tübingens Erste Bürgermeisterin Dr. Christine Arbogast.
Die Zahlen aus der jüngsten Zählung zeigten aber auch, dass der Bestand weiter steigt an den Orten, wo Privatpersonen die Tauben verbotenerweise füttern. Dazu gehören die Friedrichstraße und der Bereich an der Poststraße. Wer beim Füttern von Tauben erwischt wird, muss mit Zwangs- und Bußgeldern rechnen. Das ist auch im Sinne des Tierschutzes, denn Brot und Nahrungsabfälle sind nicht tiergerecht und machen Tauben anfällig für Krankheiten und Parasiten.
Das Stadttauben-Konzept setzt die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Bruderhaus-Diakonie um. Dabei wird das Fütterungsangebot in den Taubentürmen und Taubenschlägen eingeschränkt, gelegte Eier werden entnommen und durch Gipseier ersetzt. Niemand muss Sorge haben, dass die Tauben in Tübingen verhungern: Sie erhalten auf natürliche Weise genügend Futter und werden zusätzlich an ihren Brutplätzen gefüttert.