TÜBINGEN. Schön ist er geworden, der Löwen-Laden in Tübingen. Ein heller Raum, viel Holz, breite Gänge – »barrierefrei«, betont Bruno Gebhart, Initiator des Genossenschafts-Ladens.

Angefangen hat alles im Juni vergangenen Jahres, als bekannt wurde, dass der Netto-Markt in der Tübinger Innenstadt schließt. Als der Gemeinderat das ehemalige Kino Löwen als Ersatz-Standort ins Spiel brachte, Netto jedoch aus Platzgründen ablehnte, »ist bei mir die Idee aufgekommen, man könnte das ja auch selber in die Hand nehmen«, so Bruno Gebhart.

Über die Sommerpause startete er eine Umfrage – bis September hatten sich an die 500 Interessenten gemeldet, die sich vorstellen konnten, mindestens einen Anteil zu übernehmen. Noch im Oktober fand eine Infoveranstaltung statt, in deren Rahmen das Genossenschafts-Konzept vorgestellt wurde. Als klar war, dass sie den Laden mindestens fünf Jahre lang nutzen können, votierten die Interessierten einstimmig dafür, die Genossenschaft zu gründen, was schließlich im Februar passierte. Dem Laden stand formal nun nichts mehr im Weg – die ersten Arbeiten an den Räumen konnten beginnen. Zahlreiche ehrenamtlich Engagierte packten beim Umbau mit an, denn es gab einiges zu tun.

Rund ein Jahr nach der ersten Idee, hat der Löwen-Laden in der Tübinger Kornhausstraße in der vergangenen Woche eröffent. Er bietet ein Vollsortiment von Lebensmitteln über Haushaltswaren bis hin zu Putzmitteln und Hygieneprodukten an. »Alles für den täglichen Bedarf«, erklärt Sabine Eggers vom Vorstand der Genossenschaft. Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Wurstwaren, Milch, Wein, Honig, Eier und Bier stammen aus der Region.

Preislich ist für jeden Geldbeutel etwas dabei: Es stehen Produkte im niedrigen Preissegment zur Verfügung, darunter auch wechselnde Sonderangebote, aber auch hörere Preissegmente werden bedient – etwa durch ein hochwertiges Weinsortiment und verschiedene Bio-Lebensmittel. »Das Angebot kann sich aber noch ändern«, sagt Sabine Eggers. Derzeit liegen beispielsweise Wunschzettel aus, auf denen Kunden Produkte vermerken können, die ihnen fehlen. Sollten sich mehrere für einen Artikel aussprechen, wird es nach Möglichkeit ins Sortiment aufgenommen. In einer kleinen Kaffee-Ecke ist Platz zum Verweilen und für Gespräche.

Der Löwen-Laden wird derzeit von einem Marktleiter gemeinsam mit Ehrenamtlichen betrieben. Insgesamt werden durch den Laden dreieinhalb bezahlte Stellen geschaffen, die gerade besetzt werden.