TÜBINGEN. Der Reformationstag am Dienstag, 31. Oktober, ist der Höhepunkt des Jubiläumsjahres 500 Jahre Reformation. In diesem Jahr ist der 31. Oktober deutschlandweit ein gesetzlicher Feiertag.
Genau 500 Jahre nachdem Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlicht und damit den Anstoß zur Reformation gegeben hat, feiern die Kirchengemeinden im evangelischen Kirchenbezirk Tübingen den Reformationstag in zahlreichen Festgottesdiensten.
Einen »Reformationsgottesdienst auf dem Weg« feiert die Tübinger Jakobusgemeinde. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr in der Jakobuskirche. Dann ziehen die Gottesdienstbesucher durch die Tübinger Unterstadt und treffen an verschiedenen Orten historische Personen, die zeigen, wie sich die Reformation in Tübingen ereignet haben könnte. Neben Tübinger Weinbauern und Bürgern treten mit Philipp Melanchthon und Johann von Staupitz zwei Persönlichkeiten auf, die für Luther wichtig waren. Nach dem Gottesdienst lädt die Jakobusgemeinde zu einem Eintopf »aus Käthe Luthers Küche« und »echtem Wittenberger Bier« in die Jakobusscheuer im Salzstadel ein. 
In der Tübinger Stiftskirche feiert Dekanin Elisabeth Hege um 10 Uhr einen Abendmahlsgottesdienst. Die Besucher hören Psalmenvertonungen von Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn und Rolf Schweizer. Musikalische Akteure sind Jens Wollenschläger an der Orgel, der Posaunenchor Tübingen unter der Leitung von Martin Riehle sowie die Kantorei der Stiftskirche, die von Ingo Bredenbach geleitet wird. 
»In beiderlei Gestalt« ist das Thema des Festgottesdienstes in der Stephanuskirche in Mähringen, der um 10 Uhr beginnt. Im Mittelpunkt steht die Feier des Abendmahls mit Brot und Wein als eine Errungenschaft der Reformation. Vor Luther durften nur die geweihten Priester beim Abendmahl Wein zu sich nehmen. Gemeindeglieder und Kirchengemeinderäte werden den Gottesdienst mitgestalten, in dem Pfarrer Dr. Hans-Michael Wünsch die Predigt hält. 
In mehreren Gemeinden wird der Reformationstag ökumenisch begangen. In Hirschau feiern evangelische und katholische Christen aber nicht wie andernorts in der evangelischen Kirche, sondern um 10 Uhr in der katholischen Kirche St. Ägidius. Den Gottesdienst gestalten Pfarrerin Dr. Karoline Rittberger-Klas und Pastoralreferentin Gabriele Lutz. Nach dem Gottesdienst gehen die Besucher hinüber in die evangelische Christuskirche, wo sie gemeinsam zu Mittag essen.    –tw