Wenn das kein Warnzeichen ist: Der Landkreis Tübingen muss für das kommende Jahr die Kreisumlage erhöhen und zwar ganz kräftig: Statt bisher 28,98 sollen es im neuen Haushalt 31,21 Punkte sein, in Worten: Statt bisher 82 sollen es 98 Millionen Euro sein, die die Gemeinden 2018 aufbringen müssen. Nicht erfasst sind in dem Betrag, dass die Kreisverwaltung praktisch im Hinterhof einen dreistöckigen Erweiterungsbau hochzieht. 
Die knapp zehn Millionen Euro sollen aus Rücklagen bestritten werden. Für weitere Investitionen muss der Kreis Kredite aufnehmen. Natürlich muss man die Frage stellen dürfen, weshalb die Verwaltung nach der Verlagerung von der Dobler- in die Wilhelm-Keil-Straße jetzt schon wieder neue Büroräume braucht.
Doch die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Flüchtlingen haben die Mitarbeiter bis an den Rand der Belastungen geführt, sie mussten entweder »außer Haus« arbeiten oder in den beiden Häusern zusammenrücken.
Da abzusehen ist, dass das Thema Flüchtlinge in absehbarer Zeit nicht mehr die große Rolle spielen wird, hat man im Landratsamt schon mal daran gedacht, frei werdende Büroräume anderweitig zu vermieten.
Zumindest geht die Behörde im Augenblick noch davon aus, dass zu den rund 900 bisherigen Mitarbeitern weitere 140  stoßen werden. Wo diese Verwendung finden werden, muss sich die Verwaltung sicherlich noch überlegen.
Ohne ihnen Unrecht zu tun, muss man heute bereits zur Kenntnis nehmen, dass das Landratsamt personell weit über seine eigentliche Rolle hinausgewachsen ist. Und wenn keine Flüchtlinge mehr zu betreuen sein sollten, wird sicherlich niemand kommen und sagen: Wir schaffen die Stellen jetzt wieder ab. 
Dabei, und das weiß man im Tübinger Landratsamt mehr als genau, werden die kommenden Jahre schwieriger werden, man wird kaum mehr Rücklagen anlegen können und folglich werden die Schulden weiter ansteigen. Fünf Millionen Euro sollen es 2018 sein und wenn man in Rechnung stellt, dass die hohe eigene Steuerkraft im kommenden Jahr zu geringeren Schlüsselzuweisungen führen wird, könnte man jetzt schon befürchten, dass die kommenden Jahre schmale Jahre werden könnten. 
Hinzu kommt, das sollte nicht vergessen werden, dass auch der Kreis Tübingen sich fest der Regionalstadtbahn verschrieben hat, die Kosten für Planungen und Ausführung werden sicher kommen. Dann wird man vielleicht in dem einen oder anderen Fall darüber nachdenken müssen, ob beim Ausbau nicht etwas gespart werden muss. Ganz sicher, so wird man befürchten müssen, steht der Neubau der Stadtbahn in Tübingen so schnell nicht auf der Agenda.
Was angesichts der großen Posten bisher noch gar nicht besprochen ist: Was ist mit den Freiwilligkeitsleistungen? Anträge gibt es, das hat man schon gehört, genug: Rund 70 oder anders ausgedrückt: Es könnten rund vier Millionen Euro werden.