TÜBINGEN. Nach der Zustimmung des Gemeinderates, zahlreichen Gesprächen mit der Schulverwaltung und »einem gesunden Glauben daran, dass es gut wird«, eröffnete die Schulleiterin Angela Keppel-Allgaier am Montag die neue gymnasiale Oberstufe. Mit 38 Jugendlichen ist die Kursstufe an der Gemeinschaftsschule West die zweite ihrer Art in ganz Baden-Württemberg. Am Bodensee, in Konstanz, starten an diesem Tag ebenfalls zukünftige Abiturienten und Abiturientinnen in ein neues Abenteuer. Diese Tatsache ist eine kleine Feier wert, wie Angela Keppel-Allgaier betont. Die Schulleiterin dankt in ihrer Rede vor allem den Eltern, Schülern und Schülerinnen, die ein außergewöhnliches Vertrauen in die Schule und das Schulsystem bewiesen haben. So sind auch zahlreiche prominente Gäste erschienen, wie etwa Boris Palmer, Tübingens Oberbürgermeister, und Thomas Reichenmiller, Regierungsschuldirektor des ansässigen Regierungspräsidiums. Begleitet wird das Zusammenkommen von Musik der jungen Band »Malou«. Mit dem bekannten ersten Artikel der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung beginnt der Oberbürgermeister seine Rede. Vor allem »das Recht Glück zu suchen«, findet er zu diesem Anlass mehr als passend. In diesem Zusammenhang kritisiert er die Tatsache, dass sich Kinder schon im Alter von zehn Jahren für einen Weg entscheiden müssten, der gewisserweise ihre Zukunft festlegt. Er möchte auf ein noch sehr ungerechtes Schulsystem aufmerksam machen und ist stolz auf die Einführung der gymnasialen Oberstufe. Sie ermöglicht zahlreichen Schülern und Schülerinnen eine Chance und die Zeit sich zu entfalten. Ihnen gibt er in seinem Schlusssatz auf den Weg, das Beste daraus zu machen. Anschließend an Boris Palmers stärkende Rede, betont der Regierungsschuldirektor dies noch einmal, indem er diesen Start in ein neues Schuljahr, als das »Ziel eines dreijährigen Prozesses und als eine landesweite Premiere« beschreibt. Im nächsten Jahr sollen vor allem Wissenslücken geschlossen werden und die Schüler auf die Abiturprüfung vorbereitet werden. Passend nennt Thomas Reichenmiller an dieser Stelle ein chinesisches Sprichwort: »Das Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.«                                       -nina