Die Tübinger Neckargasse wird neu gepflastert. Während der Bauzeit wird die Gasse für den Fahrzeugverkehr gesperrt sein.

TÜBINGEN. Bis zum 8. September können Autos nun erst mal nicht mehr durch die Neckargasse fahren. Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle während der gesamten Zeit passieren. Für Lieferfahrzeuge wird im oberen Bereich der Neuen Straße eine Haltezone eingerichtet. Von dort aus sind die Geschäfte in der Neckargasse zu Fuß erreichbar.
Die Bauarbeiten beginnen von der Mühlstraße aus im unteren Bereich der Neckargasse. Während dieser ersten Bauphase, die etwa bis Juni dauert, sind Bursa- und Clinicumsgasse vom Holzmarkt aus erreichbar. Von Juni bis August wird die Neckargasse im Mündungsbereich dieser Gassen erneuert. In dieser Zeit ist eine Zufahrt in die Bursa- und Clinicumsgasse nicht möglich. Anschließend wandert die Baustelle Richtung Holzmarkt und die beiden Gassen sind von der Mühlstraße aus anfahrbar. Rettungsfahrzeuge können im Bedarfsfall jederzeit in die Bursa- und Clinicumsgasse fahren.

Gesägtes Granitkleinpflaster
Die Neckargasse erhält einen Belag aus gesägtem Granitkleinpflaster, wie es bereits in der Neuen Straße verlegt wurde. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden in der Mitte der Gasse zwei Streifen mit glattem Granitkleinpflaster verlegt. Dazwischen befindet sich eine Muldenrinne aus Sandsteingroßpflaster. Die Rinne dient einerseits dem Abfluss von Regenwasser und anderseits als Orientierungshilfe für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit. Als Querungshilfe für Mobilitätseingeschränkte wird die Rinne an einigen Stellen unterbrochen.
Einige Ladeneingänge werden barrierefrei umgebaut. Zu den 17 Eingängen, die bereits jetzt ohne Stufen auskommen, werden fünf weitere so gestaltet, dass die Geschäfte ebenerdig erreichbar sind. Um dies zu erreichen, musste jeder einzelne Haus- und Ladeneingang detailliert geplant werden.
Die Stadtverwaltung hat in vielen Gesprächen mit den Hauseigentümern nach den bestmöglichen barrierefreien Lösungen gesucht. Die Baukosten liegen bei rund 500 000 Euro. Einen Teil davon, rund 100 000 Euro, tragen die Stadtwerke Tübingen, die im vergangenen Jahr Leitungen in der Neckargasse verlegt haben. »Uns ist bewusst, dass Anwohner, Handel und Gäste während der Bauphase stark beeinträchtigt werden«, erklärt Albert Füger, Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau. »Deshalb haben wir in der Ausschreibung eine Beschleunigungspauschale ausgelobt. Für die ausführende Firma bedeutet das gesparte Geld, wenn sie bereits vor dem 8. September fertig werden.« Ein bis zwei Wochen früher als geplant könnte die Neckargasse fertig sein, wenn alles optimal läuft, schätzt Füger.    –tw