TÜBINGEN. Mit Trauer richtig umzugehen ist nicht einfach und oftmals trifft es einen unerwartet, wenn ein Angehöriger oder Bekannter stirbt. Kinder leiden häufig besonders unter solchen Trauerfällen, da sie nicht wissen, wie sie mit dem Thema Tod umgehen sollen. Um dieser Problematik entgegen zu wirken, rief die evangelische Schulseelsorge im Kirchenbezirk Tübingen gemeinsam mit dem Kreismedienzentrum und dem Landkreis den »Trauerkoffer« ins Leben - hierbei handelt es sich um einen Koffer, der mit hilfreichem Material rund um die Thematik »Tod und Sterben« bestückt ist. Die Betroffenen soll er damit aus der Sprachlosigkeit nach einem tragischen Verlust führen. Die zusammengestellten Trauerkoffer werden an Schulen zur Verfügung gestellt und sollen trauernden Kindern und Jugendlichen helfen, die schwierige Zeit nach einem Schicksalsschlag zu überwinden und zu verarbeiten.

Unterschiedliche Ansprüche
Dafür gibt es zwei Koffer: einer für Grundschulen und Kindertagesstätten sowie einer für weiterführende Schulen. Hanna Letens von der katholischen Fachbuchhandlung »Buchdienst« in Wernau hat maßgeblich bei der Auswahl der Materialien für den Koffer mitgewirkt und berichtet, dass sich für die verschiedenen Altersklassen ganz andere Ansprüche ergeben hätten – für die jüngeren Kinder seien Bilderbücher angemessen, während sich in den Trauerkoffern für die etwas Älteren auch CDs, Kreuze und Kondolenzbücher befinden.

Religionsübergreifend
Auch religiöse Symbole wie das Kreuz sind zu finden, doch es wurde explizit darauf geachtet, dass sich der Koffer nicht nur auf eine Religion bezieht. So sind unter anderem auch Gegenstände für trauernde muslimische Schülerinnen und Schüler in die Gestaltung miteingeflossen. Ilona Duffner, die Organisatorin des Projektes, setzte sich über ein Jahr intensiv mit den Themen auseinander und überlegte sich diverse Optionen der Ausführung bis sich schließlich darauf geeinigt wurde, dass jede interessierte Schule einen Koffer erhält und dass weitere Grundschulen und Kitas den Koffer sowohl vom Kreismedienzentrum als auch von der Stadt beziehen können. Die Finanzierung der Trauerkoffer wurde vom Schulseeltopf übernommen, der die benötigten rund 13 000 Euro hauptsächlich auf dem Tübinger Schokomarkt durch den Verkauf von Lebkuchen und Tübinger Köpfen einnahm.
Hans Joachim Heeser, der Schuldekan der Stadt, sprach in diesem Rahmen noch einmal einen herzlichen Dank an die involvierten Schüler aus, die die Umsetzung des wichtigen Projekts durch ihr Engagement ermöglicht haben.     –tw