TÜBINGEN. Im März wurde der Grundstein gelegt, jetzt war Richtfest: Die Friess-Wilhelm-Residenz auf der Tübinger Wanne nimmt allmählich Gestalt an. In dem Quartiershaus beim Luise-Wetzel-Stift setzt die Evangelische Heimstiftung (EHS) ihr sogenanntes Wohnen-Plus-Konzept um, eine eigens entwickelte Wohnform, die aus verschiedenen, individuell nutzbaren Wohn-, Betreuungs- und Pflegeangeboten besteht. Gerichtet ist das Angebot an Menschen mit Pflegebedarf. Damit bietet die Residenz ab 2019 eine ambulante Alternative zum klassischen, stationären Pflegeheim.

Wichtiger Baustein
»Wir betreuen hier künftig Menschen vollständig ambulant in der eigenen Häuslichkeit, damit können Selbstständigkeit und Teilhabe realisiert werden«, erklärte EHS-Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider in seinem Grußwort zur Feier im Innenhof der Wohnanlage. Tübingens Erste Bürgermeisterin Dr. Christine Arbogast sagte: »Die Residenz ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der städtischen Pflegestrategie, wir brauchen neue Ideen und neue Konzepte.« Mit dem Haus werde das Pflege- und Betreuungsangebot am Standort Tübingen erweitert, so Arbogast. Die neue Residenz bietet auch ein wichtiges Zusatzangebot für die Bewohner des Luise-Wetzel-Stifts, etwa durch die Tagespflege. Das Stift bietet bereits 120 stationäre Pflegeplätze und 54 Betreute Wohnungen an. In der Nachbarschaft betreut die EHS zudem zwölf Apartments der Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Tübingen unter dem Namen »Betreutes Wohnen in Gemeinschaft«. 
Weitere Wortbeiträge zum Richtfest gab es von Architekt Gottfried Haefele, Regionaldirektor Clemens Miola, der künftigen Hausdirektorin Heike Merz sowie von Pfarrerin Angelika Volkmann. Den Richtspruch verlas Polier Uwe Hummel. 
In dem neuen Pflegeheim leben die Bewohner in 32 modernen Pflegewohnungen, die Ein- bis Drei-Zimmer-Apartments sind zwischen 33 und 80 Quadratmeter groß. Jede Wohnung hat ein barrierefreies Badezimmer und einen Balkon. Die Bewohner können zusätzlich Dienstleistungen der Mobilen Dienste nutzen oder die Tagespflege besuchen, die für 15 Tagesgäste ausgerichtet ist und an sieben Tagen in der Woche zwischen acht und 18 Uhr geöffnet hat. Nachts gibt es einen Bereitschaftsdienst. Eine Besonderheit von »Wohnen-Plus« ist die in sämtlichen Wohnungen installierte »Aladien«-Technologie. »Aladien« steht für »Alltagsunterstützende Assistenzsysteme mit Dienstleistungen« und wurde von der EHS speziell für Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf entwickelt.
Aladien bietet eine Vielzahl technischer Hilfen wie etwa automatische Licht- und Rollladensteuerung, automatische Herdabschaltung, Sturzsensoren und einen modernen Hausnotruf. Aladin steuert den Mix aus Technik und Dienstleistung individuell über ein bedienerfreundliches und für Senioren optimiertes Tablet, das zur Grundausstattung jeder Wohnung gehört. Je nach Bedarf können Leistungen hinzugefügt oder abgewählt werden. 
Über acht Millionen Euro investiert die EHS in das Projekt, es ist nach Heidenheim und Bad Wildbad das dritte seiner Art in Baden-Württemberg.     –jos