TÜBINGEN. Der Jahresabschluss der Stadtwerke Tübingen (swt) zeigt: auch im Geschäftsjahr 2017 konnte das kommunale Versorgungsunternehmen erfolgreich wirtschaften. Die swt präsentieren solide Abschlusszahlen. Während die Umsatzerlöse mit 212,6 Millionen Euro niedriger ausfielen als im Vorjahr (2016: 232,6 Mio. Euro), erzielten das Unternehmen mit 5,5 Millionen Euro einen höheren Jahresüberschuss als 2016 (3,4 Mio. Euro). Für die defizitären Sparten Bäder, Parkhäuser und ÖPNV tragen die swt darüber hinaus Verluste in Höhe von rund sieben Millionen Euro. Ihr für das Jahr 2020 anvisiertes Ausbauziel bei den erneuerbaren Energien haben die swt erreicht.
Die Unternehmenskennzahlen zeichnen im Geschäftsbericht ein mehrfach positives Bild. Die Ertragslage ist positiv. Das Unternehmen konnte seine Ertragsstärke ausbauen. Solide zeigt sich nach wie vor die Kapitaldecke, die ebenfalls erhöht werden konnte.

Sieben Millionen Euro Verlust
In den drei defizitären Sparten Bäder, Parkhäuser und ÖPNV übernehmen die swt vollständig die Verluste in Gesamthöhe von rund sieben Millionen Euro. Erfreulich: Die ÖPNV-Sparte steigerte die Umsatzerlöse dabei leicht gegenüber dem Vorjahr. 2017 feierte der Stadtbus in Tübingen außerdem sein 90-jähriges Bestehen mit einem großen TüBus-Fest auf dem Tübinger Europaplatz. »An unseren Geschäftszahlen kann man ablesen, dass das Geschäftsjahr 2017 gut verlaufen ist«, sagt Ortwin Wiebecke, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Tübingen. Mit dem Geschäftsergebnis ist er zufrieden: »In einem insgesamt schwierigen Marktumfeld in den Energiesparten konnten wir das Unternehmensergebnis nochmals ausbauen. Positiv fällt unter anderem die ÖPNV-Sparte auf, die einen höheren Umsatz erzielen konnte und deren Defizit geringer ausfiel als im Vorjahr.« In den Sparten Strom, Erdgas, Wasser und Wärme gingen die Umsatzerlöse jeweils zurück. Das lag an einem geringeren Bedarf und damit verbundenem rückläufigem Verbrauch auf Kundenseite (Wasser), gesunkenen Preisen (Erdgas, Wärme) beziehungsweise geringeren Absatzmengen (in der Stromsparte beispielsweise im Großkundensegment).

Investitionen 
Rund 19 Millionen Euro investierten die Stadtwerke Tübingen 2017 in verschiedene Projekte, Infrastrukturverbesserungen und Versorgungssicherheit: beispielsweise bei der neuen Wassertransportleitung in der Wilhelmstraße oder bei der großen Freibaderweiterung. »In den Versorgungssparten, aber auch in den drei defizitären Sparten haben wir bereits viel investiert. Das wird auch in Zukunft nötig sein«, sagt Ortwin Wiebecke. »Im Freibad haben wir die große Erweiterung abgeschlossen. Die Vollsanierung des Parkhauses Altstadt-Mitte begann im Januar 2018. In absehbarer Zeit wollen wir die beiden automatischen Parkhäuser ersetzen. Unser ÖPNV-Angebot optimieren wir ständig weiter: mit modernen Bussen und vielen Verbesserungen im Detail, die die hohe Qualität unseres TüBus-Angebots sichert und sogar noch verbessert. Als kommunales Versorgungsunternehmen ist es unsere Aufgabe, für Tübingen eine attraktive und moderne Infrastruktur anzubieten. Damit tragen wir unseren Teil dazu bei, dass Tübingen eine lebenswerte Stadt bleibt.« 

Meilenstein Energiewende
Die Stromerzeugung aus eigenen Anlagen schraubten die swt im Jahr 2017 kräftig nach oben: von 219,6 Millionen Kilowattstunden im Vorjahr auf 272,1 Millionen kWh im Geschäftsjahr 2017. Allein die Erzeugung aus Windkraftanlagen stieg um 63,5 Prozent (von 80,8 Mio. kWh auf 132,1 Mio. kWh). Mit der Eröffnung ihres bislang größten Windparks »Ellwanger Berge« entlang der Energieallee A7 auf der Ostalb (fünf Anlagen) erhöhten die Tübinger die aus eigenen Anlagen selbst erzeugte Ökostrommenge nochmals deutlich. Damit können die Stadtwerke zukünftig die Hälfte des Tübinger Strombedarfs der Universitätsstadt Tübingen selbst aus Erneuerbaren decken.

Nochmals größer wird der Eigen-Erzeugungsanteil, wenn man die Stromerzeugung der eigenen Blockheizkraftwerke (Kraft-Wärme-Kopplung) dazuzählt. 
»Das ist ein schöner Erfolg und bestätigt unseren Elan, mit dem wir in den vergangenen Jahren die Energiewende vorangebracht haben«, sagt Ortwin Wiebecke. »Die neuen Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der Windkraft sind derzeit sehr schwierig. Wir werden daher neue Möglichkeiten entwickeln, um weiter erneuerbare Energien auszubauen. Spannend ist für uns da zum Beispiel der Bereich der Solarthermie für die regenerative Wärmeversorgung.«     –tw