Das hört man von Sportlern auch nicht alle Tage. »Ich bin immer noch so aufgeregt, weil wir so gut waren« diktierte Katharina Meier dem Reporter nach dem Spiel in den Block. Dabei war der Erfolg ausgeblieben: Ihr Team, die Lacrosse-Bundesliga-Mannschaft der TSG Tübingen hatte gegen ABV Stuttgart 4:6 verloren. Der Stimmung in und um die Mannschaft tat das aber keinen Einbruch.

TÜBINGEN. Einen Schläger mit einem Fangnetz in der Hand, Augen und Mundschutz, dazu ein kleiner gelber Ball: Das ist Lacrosse, das einst von den Indianern Kanada erfunden worden war. Die TSG Tübingen stellt zwei erfolgreiche Teams: Die Frauen sind in die Bundesliga Süd aufgestiegen, die Männer spielen in der Zweiten Liga. Das starke Geschlecht hat am Sonntag auch gespielt: 7:5 schickten sie die Gegner der SG Friedrichshafen/Ulm nach Hause. Danach kamen die erstklassigen Mädels. Es war ausgesprochen spannend auf dem Kunstrasenplatz hinter der Paul-Horn-Arena. Der Aufsteiger startete mit der Partie gegen Stuttgart ins Spieljahr, und legten gleich richtig los. 1:0 führte die Tübingerinnen nach nicht einmal einer Minute und wie gesagt die Spielerinnen um Abteilungsleiterin Katharina Meier waren überrascht, wie gut alles lief. »Vor allem auch weil wir zwei Neue, die noch nie ein Spiel gemacht haben, integrieren mussten«, so Sinja Melchinger. Die Trainerin hatte ihre Mannschaft gut vorbereitet, und als sie zur Pause mit 1:3 in Rückstand lagen, »fand sie die richtigen Worte«, so Meyer. »Sie hat uns noch einmal gut eingestellt«. Also legten die Mädels los, machten aus einem 5:2 Rückstand ein 5:4 und waren näher am Ausgleich als der ABV. Bis fünf Minuten vor Schluss drückten die Tübingerinnen mit aller Macht und scheiterten mehrmals nach aussichtsreichen Chancen. Dann aber kam es, wie es kommen musste. Ein Konter überwand die gute Tübinger Torfrau Maja Keller und es stand 4:6. »Klar hätte es auch andersherum ausgehen können. Doch ich bin echt zufrieden«, sagte die Trainerin. »Ich hab viele Dinge gesehen, die sehr gut waren.« Sehr gut war auch die Stimmung. Manch ein Fußball-Landesligist würde sich so eine spaßige, freundliche Atmosphäre wünschen. Die rund 40 Fans und Begleiter machten eine Stimmung, die einer Fußball-Arena in nichts nachstand. 
Die Männer hatten bei ihrer Partie kein leichtes Spiel, aber die Partie immer im Griff. Sie legten los wie die Feuerwehr, schon im ersten Viertel führten sie mit 3:0. »Dann kam der Schlendrian, vielleicht auch deshalb, weil es so einfach schien«, so Maximillian Stalter und die Gäste kamen heran. Doch die Gastgeber waren zu stark für die Spielgemeinschaft, kamen wieder zurück und holten sich die Punkte. Die enorm wichtig sind, wenn sie ihre Ziele erreichen wollen: Platz zwei, um sich für die Endrunde in der 2. Bundesliga Süd zu qualifizieren. Noch vier Spiele stehen aus, »die müssen wir alle gewinnen«, so Stalter. Am 2. April ist der nächste Spieltag. Dann fahren die Männer nach Konstanz, die Frauen treten in Heidelberg an.     –diet 
 

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