REUTLINGEN. Jetzt ist es raus: Die TSG Reutlingen und die Young Boys (YB) Reutlingen gehen fortan eigene Wege. Die TSG hat den Mietvertrag mit den YB über die Nutzung des Vereinsgeländes zum 30. Juni 2018 gekündigt und auch die Kooperationsvereinbarung für beendet erklärt.
»Nachdem es sehr positiv angefangen hatte, ist jetzt Schluss«, brachte TSG-Vorsitzender Thomas Bader die fünfjährige Fußball-Kooperation zwischen Verein und YB auf den Punkt. Geknirscht habe es immer wieder mal, »mal lief es besser, mal schlechter«, so Bader bei einem Mediengespräch weiter. »Zunächst werden wir alle Eltern der Kinder und Jugendlichen in einen Brief informieren, nach den Osterferien soll es dann einen Elternabend geben, bei dem besprochen wird, wie es weitergeht.« 
TSG-Geschäftsführer Tobias Buss verriet schon mal eine Option. Der ehemalige VfB-Spieler Krassimir Balakov und seine Fußballschule seien an einer Kooperation mit der TSG interessiert. Losgehen könnte es schon in den nächsten Wochen. »Die Zusammenarbeit kann so aussehen, dass Fußball-Camps und Schulturniere veranstaltet werden«, erläuterte Buss. Mit im Boot säße auch Plamen Mihov, Sportlicher Leiter der Fußballschule. Bei einzelnen Projekten sei zudem die Unterstützung von Promis wie etwa Kevin Kurány denkbar.

Als Gründe für das Auseinandergehen der Kooperationspartner gab Bader die oft unterschiedlichen Vorstellungen in der Sache sowie mangelnde Kommunikation an. YB-Vorsitzender Thorsten Bauer habe wiederholt »andere Lösungen« gesucht, als die von der TSG vorgezogenen. Einig sind sich die Kontrahenten allein darin, dass die Kinder am Ende die Leidtragenden seien. 
Bauer bedauert das Vorgehen der TSG. »Eine äußerst unglückliche Entscheidung«, sagte er auf Anfrage des Wochenblatts. Und fügte hinzu: »Das Beste wäre, alles beim Alten zu belassen.« Für Bauer ist die endgültige Trennung von der TSG jedoch noch nicht ausgemacht. »Wir sind der Meinung, dass beide Seiten zustimmen müssen«, betonte er. Fest steht, dass die YB bei einer Loslösung die Spielgenehmigungen des Württembergischen Fußballverbandes für ihre 15 Teams behalten und mitnehmen.
Bader: »Für uns ist das Kapitel beinahe abgeschlossen.« So schnell wie möglich werde die TSG nun eine eigene Fußballabteilung aufbauen. »Dabei soll auch Mädchenfußball eine Rolle spielen. In dem sehr heterogenen Stadtteil Ringelbach wollen wir guten Fußball für den Nachwuchs anbieten. Das ist unser Anspruch«, erklärte der TSG-Chef.     –jos
 

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