REUTLINGEN. Es hat eine gewisse Tradition: Fechten gehört mittlerweile zu Reutlingen wie die Achalm. Jüngst standen gleich drei Wettkämpfe an einem Wochenende auf dem Plan. Die Fechtabteilung der TSG Reutlingen veranstaltete das Turnier und erkämpfte sich in fast allen Wettkämpfen Podestplätze in der Storlach-Halle.

Achalmturnier
Den Beginn machte das traditionelle Reutlinger Achalmturnier, das zum 24. Mal unter internationaler Beteiligung stattfand. Bei dem älteren Schülerjahrgang (2005) kämpfte sich Jaron Immer von der TSG Reutlingen ungeschlagen bis in das Finale vor. Dort musste er sich jedoch dem späteren Sieger Matthew Bülau aus Heidenheim mit 10:7 Treffern geschlagen geben. Die Reutlinger Leopold Heusel und Florian Kunath erreichten den 11. und den 17. Platz. Im mittleren Schülerjahrgang (2006) waren ebenfalls drei Reutlinger am Start. Nico Geckeler und Alexander Kühbauch schafften den Sprung ins Viertelfinale, wo sie allerdings auch eine Niederlage einstecken mussten. Kühbauch erkämpfte sich den 6. Platz, gefolgt von Geckeler auf Rang 8. Ihr Vereinskollege Bojan Urbanek belegte den 12. Platz.
Im B-Jugend-Wettbewerb zeigten sich die Reutlinger gut in Form. Nach engen Gefechten im Jahrgang 2003 schafften es Nils Röhm und Colin Grundler in das Viertelfinale. Während Röhm dem späteren Zweitplatzierten unterlag, stürmte Grundler in das Finale vor. Dort traf er auf Michael Kramer aus Augsburg, der gegen Röhm den Sieg davon getragen hatte. Der Kampf war sehr ausgeglichen und spannend. Am Ende behielt Grundler die Nerven und setzte den entscheidenden finalen Treffer zum 10:9. Der Reutlinger sicherte sich damit den ersten Platz des gut besuchten Ranglistenturniers. Im jüngeren Jahrgang der B-Jugend (2004), focht sich Kevin Brudi von der TSG Reutlingen souverän in das Halbfinale. Hier lieferte er sich mit dem Tauberbischofsheimer Kevin Kozielski ein enges Duell. Brudi musste sich jedoch mit einem Treffer Unterschied geschlagen geben, was am Ende den 3. Platz bedeutete.
Bei den Mädchen waren drei Reutlingerinnen vertreten. Im Jahrgang 2003 fochten Sophie Schill und Ann-Sophie Geckeler eine gute Vorrunde und zogen in das Achtelfinale ein. Sie konnten allerdings nicht ihre gewohnte Leistung abrufen und mussten eine Niederlage einstecken. Geckeler belegte den 11. Platz und Schill erreichte Platz 13. Bei den jüngeren Damen trat Tamara Lummerzheim an, die sich ebenfalls in das Achtelfinale focht. Am Ende reichte es auch ihr nicht, sich in das Viertelfinale vorzukämpfen, sodass sie auf dem 16. Platz landete.
Neben dem traditionellen Achalmturnier wurden am 17. Dezember 2016 zwei weitere Turniere zum ersten Mal ausgetragen.

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Echaz-Wässerle
Dazu gehörte zum einen das Reutlinger Echaz-Wässerle, einem Mannschaftsturnier, das in den Waffen Degen und Florett ausgetragen wurde. 26 Frauen und Männer hatten sich bei diesem Turnier in gemischten Teams zusammengefunden, um das begehrte Reutlinger Echaz-Wässerle zu gewinnen. Das im Marathonmodus ausgetragene Sie-und-Er-Turnier fand hohen Zuspruch unter den Fechtern, die nicht nur aus den lokalen Fechtvereinen, sondern auch von den Universitäten aus ganz Baden-Württemberg nach Reutlingen gekommen waren. Nach einer Kampfzeit von guten vier Stunden standen die Sieger fest.


Lindenmann und Traub topp
Den ersten Platz belegten die Reutlinger Felix Lindenmann und Hannah Traub. Von der TSG kamen darüber hinaus Bastian Lindenmann mit Ellen Merseburg auf den 3. Platz, gefolgt von Katharina Lutz und Olaf Autzen auf Platz 4.

Baden-Württembergische
Meisterschaften
Die baden-württembergischen Meisterschaften feierten in Reutlingen ebenfalls Premiere. Der erste Wettkampf dieser Art wurde in den Waffen Degen und Florett ausgetragen. In der Storlach-Sporthalle fanden sich fast alle Fechter aus ganz Baden-Württemberg ein, darunter aus Heidelberg, Esslingen, Böblingen und Reutlingen. Die Sportler zeigten sich hoch motiviert im Kampf um den Meistertitel. Dabei wurde in verschiedene Wettkampfklassen (A, B und C), je nach körperlicher Einschränkung, unterteilt. Die Rollstuhlfechter lieferten sich umkämpfte Gefechte.
Von der TSG trat Nils Neumann in der Kategorie A an. Nach langer krankheitsbedingter Pause gelang es ihm aber nicht, an seine Leistung anzuknüpfen. Nichtsdestotrotz zeigte sich Neumann kämpferisch, was mit dem 2. Platz sowohl im Florett, als auch im Degen belohnt wurde. Felix Schrader aus Esslingen wurde in der Kategorie A baden-württembergischer Meister. Der Heidelberger Joachim Friess tat es ihm im Herrenflorett in der Kategorie B/C gleich. Im Degen musste Friess sich dem Böblinger Tim Widmaier im Finale geschlagen geben. Bei den Damen erreichte Zarife Imeri aus Heidelberg den 1. Platz. Die baden-württembergischen Meisterschaften setzen ein tolles Zeichen und zeigten die Faszination Rollstuhlfechten in all ihren Facetten.     –rw