PFULLINGEN. »Vom Grunde bis zum Dache steht, der Rohbau fertig, wie Ihr seht. Froh schlägt das Herz, hell strahlt der Blick, denkt an die Arbeit man zurück, die fleißig und geschickt bezwungen, so dass der Bau recht gut gelungen«, frohlockte der Polier vom Dach des Neubaus. Nach dem Richtspruch ging es kürzlich auf der Mega-Baustelle an der Stuhlsteige/Ecke Jahnstraße zum gemütlichen Teil über. Viele waren gekommen: darunter die neuen Eigentümer respektive Bewohner, die Bauarbeiter, Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk, Architekt Thomas Bamberg und Hans-Ulrich Kiefer, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Pfullingen. Letzterer machte keinen Hehl daraus, dass dieser Bau eine ziemliche Herausforderung war. Denn auf dem Thomasareal entsteht derzeit ein komplett neues Stadtquartier mit 37 neuen Wohnungen samt Supermarkt und Samariterstift. Die 16-Millionen Euro teure Anlage soll im Frühjahr 2019 fertig sein. Für den Bürgermeister ist es ein wichtiger Meilenstein im Hinblick auf die Neugestaltung rund ums alte Böhmler-Hochhaus. Und Thomas Bamberg klärte die Anwesenden auf, dass für’s Thomasareal nicht sein Vorname Pate gestanden hätte, sondern die Pfullinger Thomas Kirche.

Wohnen für alle

Nicht nur die gute Lage bei der Thomaskirche, sondern auch die generell knappe Wohnraumsituation hat viele Menschen angesprochen. So verwundert es kaum, dass die 19 seniorengerechten Eigentumswohnungen ziemlich schnell neue Besitzer fanden. Die Häuser B und C, die auf jeweils drei Etagen weg von der Hauptstraße im geschützten Bereich liegen, weisen allen Komfort auf, der heutzutage verlangt wird: rollstuhlgerechter Aufzug, bodengleiche Duschen, höhenverstellbare WC’s, um nur einige zu nennen. Zudem garantiert die Samariterstiftung »Wohnen mit Service«. Der Gemeinschaftsbereich im Haus C steht gegebenenfalls auch für Feiern zur Verfügung.

Im vorderen Teil des Objekts, im Haus A, ziehen ein REWE-Markt mit Vollsortiment, ein Bäcker und ein Metzger ein. Auf dessen »Decke« respektive Dach entstehen auf vier Etagen 18 weitere Wohnungen, die allesamt im Besitz der Baugenossenschaft sind. Damit engagieren sich die Bauprofis nach langer Zeit wieder im sozialen Wohnungsbau. Expertenmeinung zufolge stellt der neue Gebäudekomplex mit seinen Einkaufsmöglichkeiten und der unmittelbaren Nähe zur Innenstadt nicht nur für die künftigen Bewohner ein Gewinn dar. Die Bushaltestelle vor der Haustür optimiert das Ganze. Die großzügige Parkplatzsituation ebenfalls.                                    –pi