BAD URACH. Tanzen statt Vokabeln pauken, Singen statt Mathe und als Maß für den Erfolg Applaus statt Noten: Rund 40 Schüler der Geschwister-Scholl-Realschule in Bad Urach waren auf und hinter der Bühne der der Festhalle zu Hochform aufgelaufen, boten eine ungewöhnliche Musical-Version der altbekannten deutschen Märchen. Die rundum gelungene Aufführung der Musical-AG wurde von Mitschülern, Eltern und Freunden bejubelt.

Seit vielen Jahren stecken die Realschüler viel Zeit und Energie in ein jeweils neues Musical-Projekt, das eines auszeichnet: Es überwindet Klassengrenzen, von den Sechstklässlern bis zu den ältesten Schülern, die kurz vor der Mittleren Reife stehen, sind alle interessierte Jungen und Mädchen mit dabei. Proben - so anstrengend sie auch manchmal sind – und später dann die Aufführung selbst stärken die Schulgemeinschaft speziell und jeden Akteur im Besonderen. Denn es erfordert sehr viel Mut und Selbstbewusstsein, vor mehr als 400 Zuschauern aufzutreten, zum Teil in der großen Gruppe, im Duo oder sogar als Solist. Viel Text ist auswendig zu lernen, Tanzschritte sind einzuüben und an den Liedern ist auch zu feilen.

Fast ein Jahr nahmen sich auch dieses Mal die künstlerischen Leiterinnen Marion Nagler, Kerstin Jesser und Claudia Schmok für die Inszenierung Zeit: Was im Januar mit den ersten Vorbereitungen startet, wird traditionell im November auf die Bühne gebracht. Dieses Jahr hieß es »Rot-Käppchen & Co - die wahren Geschichten«, so manche Mamas und Papas oder auch Großeltern rieben sich während der Präsentation verwundert die Augen: Raps erklangen, Laptops wurden gezückt und das im Original ach so liebe Rotkäppchen muckte gegen die strenge Mama mächtig auf. Die Zicklein legen einen flotten Hiphop aufs Parkett, der böse Wolf arbeitet als Türsteher in einer Disco und Aschenbrödel misst sich mit den bösen Schwestern bei einem Beauty-Casting. »Freut euch auf Dornröschen update«, hatte Schulleiter Stefan Dietz zu Beginn gemeint und nicht zu viel versprochen von der Märchen-Version 4.0 im Stile von »Radkäppchen und der böse Golf«. Die Musical-AG war einmal mehr Garant für locker-leichte und perfekt präsentierte Unterhaltung.                                                                                                            –oec