Nummer 16 ging total daneben: Gabi Haas haderte heftig mit sich nach diesem misslungenen Schuss beim Bundesliga-Wettkampf der Luftpistolenschützen. Das Duell gegen den Abstiegskonkurrenten SV Altheim-Waldhausen am Sonntag hatte alles, was den Schießsport liebenswert macht – nur kein Happy End für Gastgeber Willmandingen. Dabei hatte das Wochenende so gut und überraschend für die Sonnenbühler begonnen. 

WILLMANDINGEN. Es ging ein Raunen durch die Bolberghalle, als die Anzeige aufleuchtete. Gabi Haas hatte beim Sechzehnten von 40 Schuss nur eine 7,7 getroffen. Die meisten der 200 fachkundigen Zuschauer wussten, dass das die Schützin aus der Bahn wirft.
Die Kurpfälzerin, seit fünf Jahren in Diensten des SV Willmandingen kämpfte mich sich, zeigte Emotionen, motivierte sich wieder, war kurz aus dem Konzept. Sie fing sich wieder, und erkämpfte mit 371 Ringen noch ein Unentschieden gegen Holger Haile.

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Venta und Haas ins Stechen
Sie musste ins Stechen genauso wie die Nummer eins, Kevin Venta. Wie gesagt, der Wettkampf hatte alles, was den Schießsport liebenswert macht. Die Chance, das Duell gegen den Abstiegskonkurrenten zu gewinnen und so den Klassenerhalt vor dem letzten Wettkampftag zu sichern, wäre da gewesen. Doch Stechen ist eine Nervenprobe, der Puls rast in die Höhe. Beide, Venta und Haas platzierten die Schüsse nicht genau genug, 4:1 hieß es am Ende für Altheim.

Der Druck steigt gewaltig
Gabi Haas setzte sich danach enttäuscht hin, blickte ins Leere und ärgerte sich vor allem über die letzte der vier Zehnerserien. Sie hätte alles nämlich vorher klar machen können, schon ein Ring mehr bei dem verschossenen Treffer Nummer 16 hätte ihren Sieg bedeutet. Der Druck steigt jetzt für uns, so Haas, die nun bis zum abschließenden Wettkampfwochenende am 14. und 15. Januar vor allem das Duell gegen Altheim mit ihrem Trainer analysieren will.
Eine sichere Bank im Teamgefüge des Sonnenbühler Bundesligisten ist Wolfgang Psenner. Der Österreicher schießt seit 2005 für die Älbler und holte auch den einzigen Punkt gegen SV Altheim mit 378 Ringen.

Sternstunde gegen Waldkirch
Tags zuvor hatte die ganze Mannschaft eine Sternstunde, Psenner schoss 384 Ringe und gemeinsam mit Venta, Haas, Jochen Möck sowie Markus Langhammer besiegten sie den Deutschen Meister SV Waldkirch. Das war ein Coup, besser hätte die Vorlage für den Kampf gegen den Abstiegskonkurrenten nicht sein können. Die Stimmung in der Halle war grandios gut, »das pusht einen zusätzlich«, sagten Haas und Möck unisono. Frank Bahnmüller war auch enttäuscht, doch es hielt sich in Grenzen. »Klar nach so einem Wettkampf ist man nicht zufrieden«, so der Vereinschef, gleichwohl habe man mit dem Sieg gegen Waldkirch nicht gerechnet. So gesehen seien die Erwartungen erfüllt worden – mit einem Sieg im Heimwettkampf. Nun steigt der Druck, denn in fünf Wochen wird es alles andere als einfach. Am Samstag, 14. Januar geht es gegen den Drittplatzierten SGi Waldenburg, sonntags gegen Schlusslicht Thumsenreuth. Mindestens einen Wettkampf muss der SVW gewinnen und auf einen Ausrutscher von Altheim hoffen. Diesen haben die Oberschwaben in der Bolberghalle schon erfolgreich vermieden.     –diet