REUTLINGEN. Erst am Montag, 5. November, feierte der große Bau »Stuttgarter Tor« sein Richtfest. Einen Tag später – helle Aufregung. Rauchschwaden stiegen aus dem 18-stöckigen Hochhaus auf. Bei der Feuerwehr Reutlingen ging ein Notruf nach dem anderen ein. Zwei Löschfahrzeuge rückten aus, um den Brand zu bekämpfen. Gefährlich ist ein Brand in einem Rohbau vor allem, weil noch nicht alle Brandschutzeinrichtungen installiert sind. Vor Ort ist jedoch alles halb so schlimm: lediglich zwei Abfallbehälter waren in Brand geraten. Die Bauarbeiter hatten selbst schon versucht das Feuer zu bekämpfen, die Rauchentwicklung hatte dementsprechend bereits nachgelassen und die Feuerwehr leistete hauptsächlich Nachlöscharbeiten. Da ist noch einmal alles gut ausgegangen für das sich noch im Bau befindende Gebäude.

Mit rund 280 anwesenden Gästen wurde Anfang der vergangenen Woche feierlich die Richtkrone an einem Kran nach oben gezogen. »Mit einer beeindruckenden Motivation, sauberer und sicherer Arbeit sind die Handwerker hier am Bauen«, leitete Willi Schöller, Geschäftsführer der Schöller SI Immobilien GmbH, seine Rede ein. »Das Richtfest ist somit eher ein Fest für die Arbeiter, nicht für das Gebäude«, beschreibt er. Beinahe täglich sind Fortschritte zu verzeichnen. Die Bauarbeiten laufen wie ein Uhrwerk und befinden sich schon nach einem Jahr in der abschließenden Phase. Im Sommer 2019 soll es fertig sein. »Nicht nur daran kann man sehen, was für eine florierende Stadt Reutlingen ist. Wir wollen schließlich auch hoch hinaus«. 64 Meter, wenn man die Aussage von Ulrike Hotz wörtlich nimmt. Im übertragenden Sinne meint sie jedoch die Wirtschaft, für die das Hochhaus sinnbildlich steht und natürlich den wachsenden Wohnungs- und Gewerbebau.

Das Stuttgarter Tor schafft mit seiner Fertigstellung rund 1 000 Arbeitsplätze. »Der Bau ist eine gute Sache«, betonte die Erste Bürgermeisterin noch einmal. Musikalisch wurde das Richtfest von der Hausband des projektbeteiligten Unternehmens Züblin begleitet. Im Gebäude selbst spielend, gelang es den Musikern den noch leerstehenden Räumen etwas Leben einzuhauchen. »Beim Bau braucht man das Quäntchen Glück«, betonte Willi Schöller abschließend. Glück gehabt hat nicht nur das Gebäude, sondern auch die Arbeiter konnten sich glücklich schätzen. Denn beruhigt konnten alle sein, als der Brandeinsatz am Tag nach dem großen Fest bereits nach einer halben Stunde beendet worden war.                                                                    –nina