REUTLINGEN. Paris gilt als die Stadt der Liebe. Wolfsburg ist die VW-Stadt und Heppenheim kennen die Menschen, weil Formel 1-Rennfahrer Sebastian Vettel dort geboren wurde. Das Image einer Stadt und was man mit ihr verbindet scheint von sehr großer Bedeutung zu sein. Reutlingen zum Beispiel galt früher als Textilstadt, aber das ist schon lange her. Um herauszufinden, wie die Reutlinger selbst ihre Stadt sehen und welches die heutigen Markenzeichen unserer kleinen Großstadt sind, wurde Anfang dieses Jahres eine Online-Umfrage durchgeführt. Fast 10 000 Bürger haben sich an dieser Befragung beteiligt. Die Ergebnisse wurden im Juli veröffentlicht. 

»Fan-Aktion für Reutlingen«

Drei Punkte wurden als besonders profilbildend empfunden - die schöne Landschaft und attraktive Lage, der starke Wirtschaftsstandort und das entspannte Einkaufen in der Stadt. Diese Merkmale und Stärken möchte die Stadtverwaltung nun noch weiter hervorheben und ausbauen. Aber nicht alleine – alle Bürger ab 18 Jahre können mit ihren besten Ideen für Reutlingen daran teilhaben. Mit dieser »Fan-Aktion für Reutlingen« möchten die Initiatoren nun zusammen mit den Einwohnern in die nächste Phase des Markenbildungsprozesses eintreten. Käpsele – ein schwäbischer Ausdruck für einen gewitzten, cleveren Menschen und das Motto der Wettbewerbsaktion, in dem die Reutlinger, Events und Projekte vorschlagen können, die die Stadt schöner und besser machen sollen. Anmelden für den Wettbewerb kann man sich ab sofort. Wer seine hellsten Momente mit der Öffentlichkeit teilen möchte, hat bis zum 31. Dezember dieses Jahres die Möglichkeit dazu.

Reutlinger »Nationalität«

Neben dem Mindestalter müssen die Teilnehmer in Reutlingen wohnhaft sein. Das vorgeschlagene Projekt muss mindestens eines der drei Merkmale zum Thema haben und es darf es in dieser Form noch nicht in Reutlingen geben. Außerdem müssen die »Käpsele« in der Lage sein, ihren Geistesblitz eigenständig in die Tat umzusetzen. Den drei Gewinnern des Ideen-Wettstreits winken 5 000 Euro. Diese sind allerdings zweckgebunden und sollen dabei helfen das Projekt auf die Beine zu stellen. Die Vorschläge werden von einer Jury überprüft und ausgewählt. Danach dürfen die Reutlinger online darüber abstimmen, an welchem Novum sie sich alsbald in ihrer Stadt erfreuen möchten. Im März nächsten Jahres werden die drei Sieger gekürt und können sofort mit ihrem Projekt loslegen. Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und ihre Mitstreiter freuen sich unter anderem auch über schräge und ungewöhnliche Ideen – nur umsetzbar müssen sie sein.                                –boe