ENTRINGEN/TÜBINGEN. »Mit der heutigen Schwellenlegung geben wir den Startschuss für ein Megaprojekt«, so Landrat Thomas Reumann. Mit Startschuss meint der Vorsitzende des Zweckverbandes Regionalstadtbahn Neckar-Alb den Beginn der Bauarbeiten an der Teilstrecke zwischen Herrenberg, Tübingen, Reutlingen und Bad Urach. Im Rahmen des Modul 1 sollen die Züge nach der Fertigstellung 2022 auf Strecke im Halb- oder Viertelstundentakt fahren. »Hier geht es um Mobilität, eines unserer wichtigsten Zukunftsprojekte«, so Staatsministerin Anette Widmann-Mauz. Umsteigefreiheit, hohe Frequenz der Züge und Umweltfreundlichkeit: das seien die Ziele des Jahrhundertprojekts, so Gerd Hickmann. »Vor allem das Umsteigen senkt den Komfort enorm«, erläutert der Leiter der Abteilung für öffentlichen Verkehr im Ministerium Baden-Württemberg.

Über eine Milliarde Euro

Die Kosten für das Großprojekt belaufen sich insgesamt auf über eine Milliarde Euro. Geplant ist der Ausbau des Schienenverkehrs in den Städten Reutlingen und Tübingen, Herrenberg, Horb, Bad Urach und der schwäbischen Alb. Nach dem Karlsruher Modell soll es künftig eine sogenanntes »Zweisystemstadtbahn« geben, das Städte und Gemeinden vernetzt. Ziel ist, den Schienenverkehr innerhalb und zwischen den Städten auszubauen. »Das ist das größte Infrastrukturprojekt unserer Region«, erklärt Reumann. »Ein sehr wichtiger Punkt ist die Elektrifizierung auf 137 Kilometern schon bestehender Bahnstrecke.« Das betrifft auch die Ermstalbahn bis Bad Urach sowie die Ammertalbahn. Die finanzielle Umsetzung wurde erst durch das Gesetz zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse von Gemeinden (GVFG) möglich, das der Bund 2015 verabschiedete. »Dank der Aufstockung der Mittel und dem Mitwirken vieler ist die Umsetzung erst möglich geworden«, sagt Widmann-Mauz. Insgesamt übernimmt der Bund 60 Prozent der Kosten. Die restlichen 40 Prozent teilen sich das Land und der Zweckverband Regionalstadtbahn Neckar-Alb, der von den Gemeinden und Kommunen getragen wird. »Der Straßenverkehr stößt an seine Grenzen und Klimaschutz ist wichtiger denn je. Dem müssen wir entgegenwirken«, sagte Gerd Hickmann abschließend.                             –ras