TÜBINGEN. Die Stadtwerke Tübingen (swt) haben mit Baugrunduntersuchungen im Waldgebiet bei Derendingen begonnen. Im bewaldeten Areal auf dem Berg am »Käppele« haben die swt einen geeigneten Standort für einen neuen Wasserbehälter identifiziert.

Ein möglicher Bau eines neuen Wasserbehälters ist frühestens ab dem Jahr 2020 geplant. In erste Vorplanungen, zu denen auch die anstehenden Begutachtungen gehören, sind die Stadtwerke bereits eingestiegen.  Zu den Baugrunduntersuchungen gehören Bohrungen in Tiefen bis zu zehn Metern. Dafür wurden Spezialgeräte auf den Berg am »Käppele« bei Derendingen transportiert. Im Vorfeld hatten die Stadtwerke die für die Baugrunduntersuchungen nötigen Genehmigungen eingeholt. Die Untersuchungen werden bis Ende März abgeschlossen sein. Das Grundstück befindet sich derzeit im Besitz der Universitätsstadt Tübingen.

Die Baugrunduntersuchungen sind der erste Prüfschritt auf dem Weg, einen optimalen Standort für einen neuen Wasserbehälter zu realisieren. Der Bau eines neuen Wasserbehälters ist einer der Eckpfeiler für die langfristige Modernisierung und den Ausbau des Tübinger Wasserversorgungsnetzes. Mit der Verlegung der neuen Wasserhauptleitung in der Tübinger Wilhelmstraße sind die Stadtwerke Tübingen bereits in die auf viele Jahre angelegte Modernisierung gestartet. Ziel ist es, die neuen Wasserleitungsstrecken, die in den kommenden Jahren erneuert werden, am Ende an einen neuen großen Wasserbehälter anzuschließen. 

Der ist aus mehreren Gründen wichtig und bringt wesentliche Vorteile. Zum einen gibt es keinen ausreichend großen Behälter in diesem Versorgungsgebiet. Als Gegenbehälter zum zentralen Wasserbehälter Sand wäre er im Bereich Derendingen geografisch optimal positioniert. Ein Neubau soll zum anderen den wachsenden Anforderungen an das gesamte Wasserversorgungsnetz gerecht werden. Vor dem Hintergrund der zukünftigen städtischen Entwicklung, insbesondere im Bereich des Versorgungsschwerpunktes Südstadt bringt ein neuer Behälter zusätzliche Stabilität und Versorgungssicherheit. 

Waldstandort am »Käppele« erfüllt alle Bedingungen

Aus hydraulischen Gründen muss der neue Wasserbehälter im Tübinger Trinkwassersystem auf einer Höhe von etwa 384 Metern liegen. Als optimal geeigneten Standort im gewünschten Zielbereich haben die Stadtwerke den Berg am »Käppele« ausgemacht. Der Waldstandort bietet zusätzlichen Schutz. Auch der große Wasserbehälter Sand mit einem Fassungsvermögen von 6 600 Kubikmetern liegt in einem Waldstück. Der neue Wasserbehälter soll rund 2 000 Kubikmeter Volumen haben. Er könnte außerdem am Standort in Derendingen ohne längere Zuleitungsrohre ans Wassernetz angeschlossen werden. 

Die Planungen für dieses große Bauprojekt befinden sich noch ganz am Anfang. Sollten die Baugrunduntersuchungen der nächsten Wochen zufriedenstellende Ergebnisse bringen, können weiterführende Vorplanungen folgen. Bis zu einem möglichen Baubeginn werden vorbehaltlich aller erforderlichen Genehmigungen allerdings noch gut drei Jahre vergehen.