BEBENHAUSEN. Bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg hat mit dem Mai das Themenjahr »Von Tisch und Tafel. Essen und Trinken in Schlössern, Klöstern und Burgen« begonnen. Gleichzeitig ist ein Magazin zu diesem Jahr voller Ereignisse erschienen. Auf 64 Seiten versammelt es reich bebildert Lesestoff und appetitanregende Geschichten aus der Kulturgeschichte der Ernährung.

Themenjahr mit vielfältigem Programm

»Von Tisch und Tafel. Essen und Trinken in Schlössern, Klöstern und Burgen.« So lautet das Motto des Jahres in den historischen Monumenten des Landes. Und da gibt es einiges zu entdecken – Appetitanregendes und Verblüffendes, Bodenständiges und Exotisches. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg malen mit einer bunten Palette an Veranstaltungen ein vielfältiges Bild der Kulturgeschichte der Ernährung. Bei Familienfesten und sommerlichen Konzerten, Ausstellungen und Märkten, Verkostungen, kulinarischen Events und bei vielen ungewöhnlichen Führungen stehen Überfluss und Hunger, Prasserei und Fastenzeiten im Zentrum – aber auch die Herkunft heutiger Essgewohnheiten.

Streifzug durch die kulinarische Geschichte

Das Magazin spiegelt mit abwechslungsreichen Beiträgen die ganze Bandbreite wider. Der Streifzug durch die Geschichte von Nahrung und Genuss reicht von den Römern bis zur Zeit der letzten Monarchen, von Fastenspeise bis Pfauenpastete und von der Maikäfersuppe bis zur kurfürstlichen Vorliebe für Schokolade. 14 Schlösser, Klöster und Burgen beteiligen sich landesweit am Themenjahr »Von Tisch und Tafel«. Einführende Beiträge ziehen den Rahmen bis zum Alten Testament. Verblüffend ist der Reichtum der Tafelkultur, der sich an den Höfen des 18. Jahrhunderts entfaltet. Mit großer Vielfalt und attraktiv bebildert, entwickelt das Magazin einen Bilderbogen der Geschichte der Esskultur als einer menschlichen Grundkonstante, die seit jeher zugleich Notwendigkeit und lustvoller Genuss ist. Dazu kommt eine kleine Auswahl an ungewöhnlichen Rezepten, die ihre Wurzeln tief in der Geschichte haben. 
Einzelbeiträge stellen Schlösser, Klöster und Burgen im Land vor, an denen eine Tradition des Essens besonders deutlich zu erleben ist. Etwa die Umgebung der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden, die in Rastatt-Favorite, typisch barock, fürstliche Extravaganz und fromme Askese vereinte.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen stehen für die Vorliebe der Höfe für exotische Genüsse. Im Schloss Tettnang lässt sich erzählen von den enormen Kosten, die der Glanz der Tafel verursachte. Im Kloster Bebenhausen hat sich nicht nur der Speisesaal der Mönche erhalten, sondern auch die blitzblanke Küche aus der Zeit, als das Kloster längst zum Schloss umgebaut und der Sitz des letzten württembergischen Königspaares war. Die religiöse Bedeutung des Essens zeigt sich in Klöstern wie Maulbronn und Salem. Genauso aber wird sichtbar, dass Hunger und Not ständig drohende Realität in früheren Jahrhunderten waren. Das Magazin gibt einen farbigen Überblick über das Themenjahr »Von Tisch und Tafel«, – und es versammelt die Themen dauerhaft zum Nachlesen und als bleibende Inspiration.                                                                                                                                                                               –rw