Innenentwicklung, Ausweisung von Baugebieten, Kinderbetreuung und Breitbandversorgung: die Gemeinde bastelt fleißig an einer besseren Zukunft und die Realität holt sie – tropfnass – ein. Ein undichtes Dach im Kindergarten Bleichstetten hat nun die Planungen etwas über den Haufen geworfen. Gleichwohl: die Zukunft entsteht heute und so machte sich die Gemeinde vor zwei Jahren gemeinsam mit einer engagierten Schar an Bürgern auf, die Bedingungen für ein gutes Leben in den nächsten Jahrzehnten zu verbessern. Zukunftswerkstatt nannten sie das und in verschiedenen Arbeitsgruppen wurden gehirnt, gewerkelt, gestritten und entschieden.
Rund 250 Maßnahmen liegen auf dem Tisch. Für die Umsetzung gewann die Gemeinde mit Alexander Leitz einen ausgewiesenen Verwaltungsfachmann, der die einzelnen Vorhaben einfach ausgedrückt, in leicht bis schwer umsetzbar einteilt. Der ehemalige Bürgermeister entwickelte ein System für St. Johann, nachdem die Maßnahmen Schritt für Schritt abgearbeitet werden. »Das ist für uns eine große Hilfe«, sagt Florian Bauer, der einen Blick auf die Aufgaben dieses Jahres wirft. Vier große Themenblöcke stehen auf dem Programm und sind im Haushalt vorgesehen – Innenentwicklung, Ausweisung von Baugebieten, Kinderbetreuung und Breitbandversorgung. Hinzu kommt noch die Gemeindehalle, deren sanitäre Anlagen in die Jahre gekommen ist. 30 000 Euro sind dafür im Haushalt vorgesehen, demnächst beginnen die Arbeiten. »Kleine Sachen«, wie der Rathauschef sagt, aber die sind auch wichtig. Also Malerarbeiten, modernisieren der Sanitäranlagen, eine Grundreinigung auch der Küche und sonstige anfallende wichtige Reparaturen. »Von der Substanz her ist die Gemeindehalle noch gut in Schuss«, sagt der Verwaltungschef. Ganz im Gegensatz zum Kindergarten Bleichstetten. Dieser bereitet dem Schultes schon etwas Kopfzerbrechen, denn der Platz ist Teil der Kinderbetreuung in St. Johann. Nach Wassereinbruch durch das marode Dach ist die Gemeinde immer noch dabei, das Gebäude zu trocknen. Ein Gutachter ist beauftragt, es zu untersuchen, ob es auch weiter genutzt werden kann. Falls nicht gibt es ein Problem.
Das Angebot im Lonsinger Kinderhaus wird so gut nachgefragt, dass die derzeitigen Plätze in der Krippe und der Ganztagesbetreuung bald belegt sein könnten. Dort sind drei Krippengruppen untergebracht, eine vierte Gruppe hatte ihr Domizil in Bleichstetten, diese ist jetzt in Lonsingen. »So viele Kinder in einer Gemeinde sind natürlich sehr positiv«, freut sich Bauer, der seit drei Jahren die Geschicke in der 5 000 Seelen-Gemeinde mit seinen sechs Teilorten führt. Gleichwohl ist das eine Herausforderung für die Gemeinde, hier der Nachfrage entsprechend eine Lösung für die Zukunft zu gestalten. Denn es sind ja immer Wellenbewegung, mal gibt es viel, mal etwas weniger Kinder, so Bauer. Für den Herbst prognostiziert er sogar schon eine fünfte Krippengruppe. Bei der Ganztagesbetreuung in Kombination mit dem Regelkindergarten suchen sie ebenfalls nach Lösungen und in der Nachmittagsbetreuung der Grund- und Werkrealschule kommt die Gemeinde an die Kapazitätsgrenze. In Schulnähe sollen deshalb demnächst Container dafür aufgestellt werden. Der Bürgermeister sieht das alles in erster Linie positiv: »Unsere Angebote sind so interessant, dass sie auch genutzt werden.« So soll das sein.

Neues Feuerwehrauto
Nutzen muss die Feuerwehrabteilung von Ohnastetten noch ein Jahr ihren alten MTW. Schon lange forderten die Helfer ein Ersatz dafür, aber erst im vergangenen Jahr erhielten sie den Zuschlag für die Förderung. 2019 dann darf der Kommandant den MTW abholen und in Dienst nehmen.

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Baugebietserweiterung
Immer wieder erhält der Bürgermeister auch Anfragen zu Gewerbeflächen. In Würtingen soll das Gebiet Im Ried erweitert werden, ein grober Entwurf mit Bebauungsplan liegt schon vor, mit Grundstückeigentümer wurde auch schon gesprochen. Laut Planungen soll das Gebiet bis zum Wald bei der Durchfahrt zum Oberen Lindenhof erweitert werden.     –diet