Bei den Verantwortlichen des Vereins erhöht sich langsam der Adrenalinspiegel vor dem DFB-Pokal-Spiel des SSV Reutlingen gegen Eintracht Braunschweig. Die Mannschaft dagegen beschäftigt sich zunächst noch mit der Samstags-Partie beim Freiburger FC. Doch auch die Spieler fiebern der Begegnung entgegen. 

REUTLINGEN. Es wartet wieder ein Schmankerl auf die Fußball-Fans der Region. Am Mittwoch, 28. Oktober, 20.30 Uhr steigt die zweite Runde im DFB-Pokal mit dem SSV Reutlingen. Dann gibt Zweitligist Eintracht Braunschweig seine Visitenkarte an der Kreuzeiche ab. »Wir freuen uns auf jeden Fall auf das Spiel. Das ist für jeden von uns etwas Besonderes«, sagt Giuseppe Ricciardi, der besonders gerne an den Einzug in diese Runde zurückdenkt. Es war nämlich die Sternstunde des SSV-Kapitäns. Er erzielte die entscheidenden drei Tore beim legendären Derby gegen Zweitligist Karlsruher SC, jeweils ein Elfmeter, jeweils eiskalt verwandelt, dann gab es noch zwei Rote Karten und
1 200 Polizisten beim Hochrisikospiel wegen der verfeindeten Fangruppen. Ganz Deutschland sprach danach über diese denkwürdige Partie und der Kapitän durfte nach seinen eiskalt verwandelten drei Elfmetertoren auch beim SWR im Studio bei Sport im Dritten Rede und Antwort stehen.
Wenn die Spieler nach dem Spiel in Freiburg den Fokus auf die Partie am Mittwoch an der Kreuzeiche richten, wenn die Kameras wieder stehen, dann beginnt wieder das Kribbeln und die Vorfreude auf ein einmaliges Erlebnis. »So was hat man nicht alle Tage«, so der 31-Jährige, der realistisch bleibt. »Wir sind klarer Außenseiter.« Doch wie die erste Runde ja gezeigt habe, »im Fußball ist immer alles möglich. Es gibt eine kleine prozentuale Chance«, sagt der Kapitän selbstbewusst, »aber man hat eben diese minimale Chance. Wer weiß was passiert.«
Wenn der Große, also Braunschweig, den Kleinen vielleicht nicht ganz ernst nimmt, wenn der Kleine dann noch mehr motiviert und vor allem konzentriert ist, dann weiß keiner so genau, was hinten raus kommt. »Unser Trainer und wir werden auch diesen Gegner vorher genau analysieren und seine Stärken und Schwächen herausarbeiten. Dann sehen wir, was passiert.«
Michael Schuster kennt schon eine Stärke. Der dänische Stürmer Emil Berggreen, an dem auch der HSV interessiert war. Der Blondschopf war lange Zeit verletzt und »ich hätte nichts dagegen, wenn er es in ein paar Tagen immer noch wäre«, so der SSV-Fußball-Präsident. Der im Übrigen schon weiß, was er mit der Prämie fürs Weiterkommen, nämlich 527 000 Euro machen würde. Doch jetzt wird erst einmal gekickt. Dann fragen wir noch einmal.     –diet 

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