Es wächst zusammen, was zusammengehört. Den Satz kennen wir doch. Da war mal was. Richtig. Als die Deutschen auf der Suche nach der Einheit waren, fielen immer wieder diese Worte, selbst Provinz-Politiker aus der hintersten Reihe kauten darauf herum wie auf Kaugummi und schmückten ihre teils beschränkte Intelligenz mit solchen Floskeln. Die Trennung der beiden deutschen Staaten war aber nicht das Einzige, was sich vereinigt hatte im Laufe der Geschichte.
Am 25. April 1952 wuchs zusammen, was nach Meinung mancher nicht zusammengehört. Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern gaben sich nach dem Volksentscheid einen Batsch und nannten sich im Nachhinein Baden-Württemberg. Das Ländle steht wie kein anderes für Fleiß, Disziplin, für Schaffer und Erfolg. Gleichwohl zogen nicht alle mit. Noch heute trennen zwar keine Grenzen die ehemaligen Landesteile voneinander, aber Strukturen. Bei den Fechtern etwa gibt es Baden Nord und Süd und Württemberg, die Turner einigen sich nicht auf ein Ländle, die Kicker gehen ebenfalls geteilte Wege und auch die Tischtennisspieler kochen jeder für sich ihr eigenes Süppchen. Das soll sich nun ändern. Aus drei mach eins, haben die Verantwortlichen der baden-württembergischen Tischtennisverbände beschlossen und sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis 2020 soll alles unter einem Dach sein, keine Trennung mehr, Einheit für alle.
Das alles hätten sie schon längst unter Dach und Fach haben können, denn vor 30 Jahren probierten sie es schon einmal. Damals allerdings waren die Fronten noch verhärtet, »die Vereinigung war nicht gut geplant«, wie Reinhard Lengsfeld erzählt.
Der Vorsitzende des Tischtennisverband Bezirk-Alb war damals in Waldkirch bei der für diese Sportart historischen Zusammenkunft mit dabei, und erinnert sich genau. »Die Schwaben wollen wir nicht bei uns haben«, lautete das Credo der Südbadener, die dann dagegen gestimmt und sich auf ihre Region konzentriert haben. »So ist es geschehen, das war eine andere Zeit, so ein Dünkel herrscht heute nicht mehr«, sagt Lengsfeld. Was Horst Haferkampf bestätigt. Der Vorsitzende des Südbadischen Tischtennisverbandes kennt seine Pappenheimer und war ebenfalls vor 30 Jahren dabei. Persönlich sei er der Kämpfer für eine Vereinigung gewesen, doch dem damaligen Vizepräsidenten sind seine Gefolgsleute nicht gefolgt.
Für das erneute Vorhaben zeigt sich der 69-Jährige zuversichtlich, »die Stimmung ist gut, wobei ich natürlich immer wieder die Frage höre, welche Vorteile wir dabei hätten und ’Muss das wirklich sein?’. Da sei dann Überzeugungsarbeit geboten und die fällt Haferkamp nicht schwer. Denn auf sportlicher Ebene alles, was den Sport angeht, läuft schon seit geraumer Zeit unter Tischtennis Baden-Württemberg. Es fehlt nur noch die Verwaltung. Das gehen sie jetzt erneut an. Am 8. Januar treffen sich alle Vorsitzenden der Bezirke aus ganz Baden und Württemberg und legen den Fahrplan fest, wie man weiter verfährt. Dann bilden sich Gremien und dann nähern sich die Landesteile auch auf diesem Gebiet noch ein bisschen an.
Unser Tipp: Essen hilft immer. Setzt euch zusammen und schlagt euch genussvoll den Magen voll.
Unser Vorschlag: Badisches Schäufele mit schwäbischem Kartoffelsalat und dazu einen leckeren Kaiserstühler Rotwein. Harmonie bringt Genuss. Nicht nur beim Essen.     –diet