Er fährt auf allerhöchstem Niveau. Seit seinem 13. Lebensjahr sitzt Martin Frey auf dem Mountainbike, hat sich im Cross Country den Hintern wund gefahren und es bis in die Nationalmannschaft geschafft.
Seit dieser Saison, die gerade so richtig Fahrt aufnimmt, geht der 24-Jährige mit seinem Zweirad auf der längsten Distanz auf Titeljagd. Einen ersten Höhepunkt hat er nun beendet.
Nachdem der Bad Uracher aus Südafrika vom Etappenrennen Cape Epic zurückgekommen ist, haben wir uns mit dem sympathischen Leistungssportler unterhalten. »Meine sportliche Zukunft sehe ich im Marathon.«


Hallo Martin, wie lief’s in Südafrika?
Martin Frey: Sehr gut. Im Cross-Country-Weltcup nicht so gut, dafür aber beim Cape Epic umso besser. Da war ich das erste Mal dabei.

Was sprang am Ende heraus?
Frey: Das Etappenrennen wird immer in Zweierteams gefahren. Wir waren 14.

Wie hast Du das Land empfunden?
Frey: Es ist nicht das erste Mal, dass ich in Südafrika war. Es ist ein sehr schönes Land und es fordert den Mountainbiker auf ganz besondere Weise.

Warum?
Frey: Die Bedingungen sind sehr speziell. Es gibt ganz besonders coole Trails. Busch, Berge, Sand, da ist alles dabei. Die Teams sagen, wenn das Rad das Cape Epic überlebt, dann ist es serienreif.

Bekommt man vom Land auch etwas mit?
Frey: Wir trainieren immer früh morgens. Da hat man meist den Nachmittag frei. Da kann man sich schon das ein oder andere anschauen.

Wie ist der Stellenwert des Radsports in Südafrika?
Frey: Sehr hoch. Gefühlt fährt hier jeder Rad. Es gibt sehr viele Marathons übers Jahr verteilt und sie haben eine sehr große mediale Begleitung. Das Cape Epic ist wohl das größte von allen.
Du hast Deine Cross Country Karriere an den Nagel gehängt und fährst nur noch Marathon. Warum?
Frey: Darin seh ich meine Zukunft. Im vergangenen Jahr bin ich etwa die Hälfte der Rennen schon die längere Strecke gefahren. Aber das hat nicht funktioniert.

Wieso nicht?
Frey: Die Trainings- und Vorbereitungsanforderungen sind anders und lassen sich nicht unter einen Hut bringen. Um es flapsig zu sagen: beides zu machen, ist nichts halbes und nichts ganzes.

Dann machst Du jetzt das Ganze, also Marathons. Was sind Deine Ziele?
Frey: (lacht) Das erste große Ziel war ja die Cape Epic, hier Erfahrung zu sammeln. Dann bei der DM im Juni in Kirchzarten gut abschneiden und natürlich die WM im September in Italien.

Wann ist Dein nächstes Rennen?
Frey: Ende April in Houffalize in Belgien. Jetzt ist aber erst einmal zwei Wochen Ruhe angesagt.

Mit Träumen aus Südafrika. Was war denn so eine prägende Erfahrung?
Frey: Die Büsche mit langen Dornen sind sehr widerspenstig. Einmal sind wir an einem toten Zebra vorbeigefahren. Spätestens dann weißt Du, dass Du in Afrika bist.
Interview von Dieter Reisner