Dinge wollen benannt sein. Das unterscheidet Menschen von anderen Säugetieren oder sonstigen Lebewesen auf diesem verrückten Planeten. Die Fähigkeit sich mit Sprache zu unterhalten, zu streiten, debattieren, zu loben, zu schimpfen, zu schmeicheln, ist ein Wunder und manchmal ein Fluch. Und so entstand im Lauf der langen Menschheitsgeschichte das Bedürfnis des Zweibeiners, mit seinem losen Mundwerk alles um sich herum zu bezeichnen. Vor allem das, was besonders ist. Wer kennt es nicht: Das Ei des Kolumbus, viele wissen gar nicht, was das ist. Oder der Faradaysche Käfig, der taucht immer dann auf, wenn es mal wieder brenzlig wird und heftig gewittert. Ganz Schlaue sagen dann ’Bleiben sie im Auto, das wirkt wie ein Faradayscher Käfig’. So könnten wir jetzt fröhlich weiter fabulieren bis zurück zur Büchse der Pandora. Das Schächtele aus der griechischen Mythologie enthielt ja bekanntlich alle Übel für die Menschheit, die entwichen sind, als sie geöffnet wurde. Also Krankheit Tod oder Arbeit. Ja und genau um diese geht es heute in unserer launigen Kolumne. Denn nichts anderes als Schaffa haben die Teilnehmer einer Sprengeltagung im Sinn. Der Begriff geht ursprünglich auf die Kirche zurück, und bezeichnet eigentlich den obersten Amtsbezirk innerhalb bestimmter Kirchen. Im Laufe der Jahre übernahmen auch andere diesen Terminus und so treffen sich etwa die Bürgermeister zu einer Sprengeltagung. Die Schultessen haben aber meist mit Sport nur am Rande zu tun, nämlich in dem sie für ordentliche Übungsstätten sorgen. Die Mitglieder des Sportkreises dagegen kümmern sich um die Zukunft der Leibesübungen. Dazu treffen sie sich zu – genau – einer Sprengeltagung. Sie findet im Landkreis Reutlingen einmal im Jahr statt, an zwei verschiedenen Orten. Schließlich umfasst der Landkreis ja Berg und Tal und »dass nicht jeder so weit fahren muss, wird die Sprengeltagung aufgeteilt«, so Finanzreferent Hans-Peter Kluf. Das ist also ein traditionelle Veranstaltung, in der es jede Menge Informationen gibt. Beim Sportkreis Reutlingen sehen sich die Vorstände der 170 Vereine demnächst wieder und erfahren Neues und Interessantes. Zwei Termine sind angesetzt, wie gesagt für Berg und Tal, das ist nicht symbolisch zu nehmen, aber es »ist ja der schönste Landkreis im Land, der vieles zu bieten hat«, wie Landrat Thomas Reumann nicht müde wird zu sagen, und so treffen sich die tapferen Vereins-Verantwortlichen am Dienstag, 4. Oktober in der Sportgaststätte in Riederich (Sprengel Metzingen und Sprengel Reutlingen); drei Wochen später, am 25. Oktober der Sprengel Münsingen und Sprengel Sonnenbühl im Sportheim der TSG Upfingen. Referent ist beides Male Manfred Pawlita, Vorsitzender des Sportkreises Ostalb und Vizepräsident des Württembergischen Landessportbundes (WLSB). Sein Thema lautet: »Den ländlichen Raum nachhaltig stärken.« Ob er dazu einen Sprengel mitbringt, um die Zuhörer zu dengeln, das steht nicht in der Einladung. Denn ursprünglich geht die Bezeichnung auf den Aspergill zurück. Das ist »ein liturgisches Gerät, das vom Priester, Diakon, aber auch von einem Laien zum Besprengen mit Weihwasser genutzt wird, etwa beim Asperges. Ursprünglich trug es im deutschen Sprachraum den Namen Sprengel. Umgangssprachlich bezeichnet man das Gerät heute auch als Weihwassersprenger, Weihwasserwedel oder Sprengwedel«, so steht’s im Online-Lexikon Wikipedia. So, ond jetzt wär des au g’schwätzt, gell.     –diet