Da glänzen die Augen. Ein unbeschreibbarer Zauber befällt Sportler (die nicht gerade kicken), bei dem Wort Olympia und auch für Zuschauer wirkt das kommende Spektakel magisch. Die Sommerspiele in Rio warten und starten am morgigen Freitag, 5. August.
Das heißt für die teilnehmenden Athleten: Das Ziel nach vier Jahren Training ist erreicht; das heißt für die Zuschauer: das Ziel noch vor Augen zu haben. Im wahrsten Sinne des Wortes: Die weltgrößten Jugendspiele sind auch ein Medienspektakel und fordern Durchhaltevermögen. In diesem Jahr besonders. Ähnlich wie bei der Fußball-WM vor zwei Jahren finden wichtige Entscheidungen zu nachtschlafender Zeit statt, das ist der Zeitverschiebung von fünf Stunden geschuldet. 325 Stunden Sport übertragen die öffentlichen-rechlichen TV-Sender insgesamt, so viel wie noch nie. Da zeichnen sich die fünf Ringe im Laufe der Spiele unter den Augen der Glotzer ab. Olympia: da bebt die Erde auch für uns, denn dann rücken Sportarten in den Fokus, von denen man schon geglaubt hat, sie existieren nur noch in Geschichtsbüchern.
Der moderne Fünfkampf etwa gehört dazu, Bogenschießen oder auch Ringen und die Schwimmer tauchen dann wieder täglich in ihren unzähligen Disziplinen mit Vor-, Haupt- und Finalläufen auf und ab und setzen den Bildschirm unter Wasser. Dann tauchen Athleten auf, die in ihren Ländern nicht immer auf optimale Betreuung bauen können, sondern just for fun dem ureigenen olympischen Leitmotiv nachhecheln: Dabei sein ist alles. Das Motto zählt auch für Luis Brethauer.
Der Betzinger lebt seit geraumer Zeit in Berlin und bereitet sich auf die Spiele vor. Es sind seine Zweiten, in London verfolgte den 23-Jährigen das Pech, doch die Atmosphäre an sich, das Treffen mit den Sportlern aus aller Welt, das vergisst der BMX-Fahrer nie mehr in seinem Leben, »davon zehre ich noch lange. Es ist das Größte dabei zu sein«, sagte er damals und heute. Nur heute geht er mit einem vollen Rucksack Erfahrung seine Sache bei den Spielen »abgeklärter« an. Der Betzinger ist einer von drei Athleten aus der Region, die den Sprung über den Teich geschafft haben. Jackie Baumann gehört auch dazu. Sie ist die erste Tübingerin, so hieß es im SWR-Sport im Dritten, die bei Olympia startet. Die 20-Jährige mit dem großen Nachnamen (ihr Vater ist 5000 Meter Olympiasieger Dieter Baumann von Barcelona 1992) hatte eigentlich die Teilnahme erst 2020 in Tokio auf dem Trainingsplanschirm, doch das nimmt sie nun auch gern mit. »Ich freu mich wahnsinnig auf Rio«, sagte sie im Fernsehen schon ganz aufgeregt. Die dritte im Bunde ist Laura Siegemund aus Metzingen. Die Tennisspielerin bewertet einen Sieg bei Olympia höher als bei einem Grand Slam. Für sein Land zu spielen, Kameradschaft mit anderen Athleten und die vielen anderen Sportarten: Das fühle sich »spezieller« an. Wir wünschen viel Erfolg dafür.     –diet