Wer träumt nicht davon, etwas ganz Besonderes zu sein. Der hellste Stern am Firmament, bewundert von vielen Menschen, zufrieden mit seiner Leistung, glücklich mit seinem Alltag. Arg viele Menschen können das nicht von sich sagen so herausragend zu sein wie Pavarotti als Sänger, Mozart als Komponist oder Shakespeare als Dichter. Aber man kann sich Wissen erlernen, um besser zu werden. Wenn es dann besonders wird, wie etwa bei Nadine Motzer, umso besser. Die Reutlingerin ist seit diesem Jahr die einzige Bowlingtrainerin in Deutschland die eine Ausbildung zum amerikanischen Bronce-Coach erfolgreich absolviert hat. Die 23-Jährige ist alles andere als eine Unbekannte. Gleichwohl sorgt allein ihr auserwählter Sport dafür, nicht ganz so populär zu sein wie sagen wir einmal ein Christiano Ronaldo oder Lukas Podolski. Bowling genießt ein Schattendasein bei den Sportarten, aber eine wie Nadine Motzer hat das Zeug dazu, diesen Sport, der in den USA äußerst populär ist, ein wenig ins Licht zu rücken. Ihr sind Bowling-Kugeln sozusagen ins Kindbett gelegt, sie wuchs damit auf. Ihr Vater Hendrik betreibt das City-Bowling in Reutlingen, übrigens Silver Coach, und schiebt seit vielen Jahren damit keine ruhige Kugel. Umtriebig immer am Puls der Zeit, mit Blick auf den Markt passt sich der Reutlinger den Gegebenheiten an und spielt auch noch in der Mannschaft des BSV Reutlingen. Wie auch seine Tochter. Sie nahm schon an Europa- und Weltmeisterschaften teil, kam in Deutschland herum und kennt ziemlich viele Bowlinghallen. Drei Bronzemedaillen bei Europameister sind bislang die größte Ausbeute der Wirtschaftswissenschaftlerin, die im väterlichen Betrieb eingestiegen ist. Und nun kam noch eine Bronze Medaille hinzu, zumindest vom Namen her. Sie darf sich nun Bronce Coach im Bowlingsport nennen. Im Sommer hat sie in Las Vegas einen dreitägigen Kurs belegt und ihre Künste in der Ausbildung von Bowlingspielern verfeinert. War für Laien so einfach aussieht, nämlich einfach eine ruhige Kugel schieben, die Kegel werden schon fallen, dahinter steckt eine kleine Wissenschaft, die zu beherrschen viel Kenntnis braucht. »Der Unterschied zur Ausbildung in Deutschland liegt in den USA ganz klar an der Herangehensweise an die einzelnen Spieler«, sagt sie. »Wie gehe ich auf die Personen ein. Da ist viel Psychologie gefragt«, so Motzer. Im Bowling zählt neben der Technik, die im Grunde genommen immer gleich ist, vor allem die Konzentration auf die Sache. Wenn sie nicht stimmt, erkennt man das sofort an den Ergebnissen. Ihr Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen. Nadine Motzer weiß jetzt, welchen Rang sie momentan einnimmt: einzigartig.     –diet