Er steht für Kraft, Mut und Haltung: Wie es der Zufall so wollte, ergibt die Wortschöpfung aus den Anfangsbuchstaben des Projekts »Baden-Württemberg inkludiert Sportler ohne Norm« den Namen Bison, dem mächtigen Tier der nordamerikanischen Prärielandschaft, das die Indianer so verehrt haben. Seit vier Jahren trabt es mit voller Wucht und Überzeugungskraft durch die Lande und wirbt für ein besseres Miteinander untereinander. Es ist untrennbar mit einem Namen verbunden. Martin Sowa verkörpert die Eigenschaften wie kaum ein anderer und lebte sie uns allen aktiv vor. Vier Jahre lang zog der kleine Mann durch die Lande mit nichts anderem im Sinn, als uns allen einen Sinn dafür zu vermitteln, dass Menschen mit Behinderung auch Sport treiben können und vor allem, dass man mit ihnen viel Spaß haben kann. Unzählige Veranstaltungen begleitete er, gab Tipps, um an Hilfsgelder zu kommen, regte Initiativen an, beantwortete Fragen zu für ihn längst zum Alltag gewordenen Dingen. Wieder und wieder. Nach Bleichstetten und Donnstetten etwa lotste er die Landesauswahl der Fußballer mit mentaler Beeinträchtigung. Begeisterung erntete Sowa von allen Seiten, sie kommen wieder, sie hatten nicht nur Spaß, sondern nahmen auch menschliche Nähe und Wärme mit. »Was Besseres hätte man nicht schaffen können«, sagt der Macher über seinen Job, der seine Lebensaufgabe war. Nun geht Bison in den Ruhestand. Der stolze Büffel hat ausgedient, das Projekt ist beendet, die Gelder fließen nicht mehr und Martin Sowa geht in Rente. Es gab keinen direkten Nachfolger, sagt er und wir wissen, einen Nachfolger, der ebenso viel leistet, kann es gar nicht geben. Die Tage von Sowa waren lang, sehr lang. Morgens um vier Uhr saß er oft schon am Schreibtisch, »weil ich vor lauter Ideen nicht mehr schlafen konnte«. Nachts um elf Uhr endete dann das Tagwerk, das Hirn arbeitete weiter. Er baute Brücken in Emmendingen genauso wie in Schwäbisch Hall, war im ganzen Ländle unterwegs für seine Sache, erhielt viel Lob und manchmal auch eine Anerkennung der besonderen Art. »’Sehr geehrter Dr. Bison’ hat mich mal jemand angeschrieben, das war schon lustig«. Nun ist Schluss mit dem Traumjob, den er schon seit dem Ende seines Studiums machen wollte. Nun schält er einen Gang zurück, und bleibt sich doch treu. Er führt weiterhin die Behindertenabteilung der TSG Reutlingen als Leiter und wird weiterhin Tipps geben in Sachen Sport mit Menschen mit Behinderung. Wir alle können uns ein Beispiel nehmen an diesem kleinen Mann mit der Kraft eines Bisons. Jetzt macht er erst einmal Urlaub, um Kraft zu tanken. Wo? In den USA. Der Heimat der Bisons. –diet