Wir nähern uns heute mal dem Zeitgeist und eröffnen unsere allseits beliebte Kolumne mit einer Quizfrage. Wer war der erste Präsident des Deutschen Badmintonverbandes? Wir sind uns sicher, dass Sie, verehrte Leser, ihn vielleicht nicht persönlich kennen, dafür aber seine Produkte. Aber wir wollen ja die Spannung aufrechterhalten und verraten erst später die Auflösung. Es ist unschwer zu verstehen, dass es heute um Badminton geht, diesem superschnellen Sport, bei dem sich Teams oder Einzelspieler auf einem fest umgrenzten Feld gegenüberstehen und sich die Bälle um die Ohren hauen. Es zählt zu den schnellsten Spielen überhaupt, verlangt enorme Reflexe, Ausdauer und Grundschnelligkeit. Aber es wird nicht nur körperlich viel verlangt, auch geistige und charakterliche Eigenschaften sind gefordert. In unserer Region gibt es einige Vereine, die diese Sportart anbieten, wie der PSV Reutlingen oder die TuS Metzingen. Die Ermstäler stehen in diesem Jahr ganz besonders im Fokus: Sie feiern ihr 50-Jahr-Jubiläum. Das ist eine Kante, da darf es dann auch etwas Besonderes sein. Ralf Ortinau und sein Team haben es geschafft, ein Schmankerl in die Region zu bringen. Am 22. März steigt ein Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz in der Öschhalle. Das ist nun schon deshalb etwas Besonderes, weil es in unserer Region Ländervergleiche ja nicht gerade inflationär stattfinden. Die Spvgg Mössingen respektive die Handballer des rührigen Vereins schaffen es seit ein paar Jahren zu Jahresbeginn. Ab und zu erinnert sich auch der DFB an das Kreuzeiche-Stadion und schickt Nachwuchskicker in den Wasenwald, vergangenes Jahr war es das U-19-Länderspiel zwischen Deutschland und Österreich. Doch das was die Metzinger auf die Beine gestellt haben, ist ein echter Knaller. Deutschland gilt in der Badmintonszene als Nummer zwei hinter Dänemark in Europa, die Schweizer Eidgenossen haben in den vergangenen Jahren, nach Auskunft von Ortinau, mächtig zugelegt in Sachen Klasse und nun auch die Europameisterschaft mit den besten zwölf Teams des Kontinentes gespielt. Man kann sich also auf einen absoluten Höhepunkt im Sportjahr der Region freuen, der da am 22. März über die Bühne der Zeit geht.
Und das ist nicht nur Pille Palle was da auf dem Feld abgeht oder gar langweiliges Federball, mit dem der Sport oft verglichen wird. Oh nein, halten wir uns einmal an das Badminton-Jahrbuch von 1986, dann erwartet uns alle nicht weniger als ein Spektakel. Lesen wir mal, was Martin Knupp in dem Band so schreibt: »Ein Badmintonspieler sollte verfügen über die Ausdauer eines Marathonläufers, die Schnelligkeit eines Sprinters, die Sprungkraft eines Hochspringers, die Armkraft eines Speerwerfers, die Schlagstärke eines Schmiedes, die Gewandtheit einer Artistin, die Reaktionsfähigkeit eines Fechters, die Konzentrationsfähigkeit eines Schachspielers, die Menschenkenntnis eines Staubsaugervertreters, die psychische Härte eines Arktisforschers, die Nervenstärke eines Sprengmeisters, die Rücksichtslosigkeit eines Kolonialherren, die Besessenheit eines Bergsteigers sowie über die Intuition und Fantasie eines Künstlers.« Das hört sich doch gut an. Vermutlich hat das auch der erste Präsident des Deutschen Badmintonverbandes erkannt und sich in den Sport verliebt.
Da sind wir ja noch eine Auflösung schuldig. Es war Hans Riegel aus Bonn, der zwar nicht allen persönlich bekannt ist, aber dessen Kürzel und vor allem seine Produkte sicher jeder schon einmal probiert hat.     –diet