Es gibt wohl keinen Menschen auf dieser Welt, der sich nicht nach Anerkennung sehnt. Im Gegenteil, jeder freut sich über aufmunternde Worte, über eine freundliche Geste oder gar über einen Preis. Das steigert nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Motivation – oder wie es der römische Historiker Sallust (86 - 36 v. Chr.) so treffend ausdrückte »Anerkennung gibt dem Streben Nahrung«. Und wer viel isst, der kann auch vieles leisten. So gesehen versorgt sich das Karate-Team Reutlingen selbst am Besten. Gerade einmal 20 Jahre alt fällt dieser kleine Verein immer wieder auf – auch durch teils spektakuläre Aktionen. Bundesweit erlangten die Mitglieder um Ekki Bader und Erika Seitz Aufmerksamkeit mit ihrem Drachenprojekt. Es verbindet gleichermaßen die Bereiche Motorik, Lesekompetenz, Selbstbehauptung und Kreativität, so die Begründung der Jury bei der Verleihung des »Großen Stern des Sports«. Das war der bisherige Höhepunkt, Bader und Seitz nahmen die Anerkennung in Berlin aus den Händen des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff entgegen. Fernsehsender und überregionale Zeitungen wurden auf den Verein aufmerksam, der gerade mal um die hundert Mitglieder hatte. Das war 2011, aber davor und danach gab es auch Lob in Form von Preisen auf etwas bescheidenerem Niveau manchmal auch nur per Dankesworte. Sei es in Sachen Schulkooperation, oder auch nur als Verein in einem großen Verband, der sich vorbildlich verhält, immer wieder Sportler auf Deutsche Titelkämpfe schickt, viele Lehrgänge besetzt und besucht oder Trainer ausbildet. Kurz: der Verein von Ekki Bader hat sich zum Vorzeigeobjekt entwickelt, was sich auch in den Mitgliederzahlen widerspiegelt. Mit der Mindestanzahl von Sieben haben Bader und Co. angefangen, heuer sind es rund 160. Damals hatten sie noch einen Raum mit zehn auf zehn Meter zur Verfügung, heuer darf das Karate-Team sein Training unter anderem in der neuen Carl-Diem-Halle abhalten. Irgendein Zauber muss in diesem Verein vorherrschen, wenn sich selbst der Vorsitzende wundert, warum es immer weiter vorwärtsgeht. »Die Jungen, die damals angefangen haben, die sind entweder immer noch dabei und haben Verantwortung übernommen oder sie kommen zurück und übernehmen eine Aufgabe«, schwärmt Bader. »Aber woher das kommt, das weiß ich auch nicht so recht. Ich wunder mich da manchmal auch ein bisschen. Aber es ist schön – die Menschen fühlen sich bei uns aufgehoben«, sagt der Träger des 5. Dan und bleibt auf dem Boden. »Man muss ja nicht alles so genau wissen.« Eines wissen wir jetzt aber. Zu den vielen Auszeichnungen und Preisen kam nämlich jüngst einer hinzu.
Der Deutsche Karate-Verband hat den Reutlinger Verein für besondere Verdienste in der Kampfkunst Karate ausgezeichnet, für herausragendes Engagement und Vereinsarbeit. Das freut den Vorsitzenden ganz besonders, weil es von außen kommt. »Man wird ja doch mit der Zeit betriebsblind.« So etwas von oberster Steller motiviert doch noch mal ein bisschen mehr. Oder wie es der römische Historiker Sallust ausgedrückt hat: »Anerkennung gibt dem Streben Nahrung«.     –diet