Vorsicht. Wir beginnen heute mit einer Warnung. Unsere launige Kolumne erzählt wöchentlich von Menschen, die etwas Besonderes erlebt, geleistet oder vollbracht haben. Oft entsteht dabei der Eindruck einer fast maßlosen Lobhudelei, aber heute kommen wir nicht darum herum. Nicht weil wir unseren Gast Hans-Georg Finkbohner einen schönen Abschied bereiten wollen, nein, weil schlichtweg alles stimmt. Die Fakten sprechen eine eigene Sprache. Also wer das nicht lesen will, der soll hier aufhören, mit der schlichten Information: Hans-Georg Finkbohner gibt sein Amt als Handball-Abteilungsleiter des VfL Pfullingen auf. Am Freitag, 28. Oktober wählt die Abteilung ihren neuen Chef.
 

Vor zehn Jahren war es, da lag die Jugendarbeit der Handballer am Boden. Viele heulten, einer nicht. Finkbohner bot sich an, das leckgeschlagene Schiff wieder auf Vordermann zu bringen und packte an. Damals spielte der VfL zwangsläufig in der Verbandsliga, heute in der Dritten Liga. Der Aufstieg ist unumstößlich mit dem Namen Finkbohner verbunden sind. »Er ist ein Glücksfall für den Verein«, lobt Sven Schauenburg. Der VfL-Präsident kennt ihn ziemlich gut, seit 2010 bilden beide das Vorstandsduo und so kann er ihn am besten charakterisieren. »Er ist strikt, konsequent, geradlinig, zielgerichtet, er setzt Dinge stringend um – und er ist ein Alfatier.« Zudem sei er sehr gut vernetzt, was bei der Sponsorensuche hilft und auch strategisch ein Ass. Ok, seufz, was noch? »Er macht was und bewies ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Trainer.« Alles? »Naja, man muss aber auch zugeben, dass er sehr gute Menschen an seiner Seite hatte, die ihn unglaublich unterstützt haben. Wie etwa Dirk Breckel. Er hat mit ihm 2006 das alles wieder aufgebaut, steht aber nicht so gern im Rampenlicht. Er ist ein Schaffer und hat Finkbohner den Rücken frei gehalten«, so Schauenburg.
Als dann das neue Fundament recht fest stand, und Finkbohner lange Weile in seiner Freizeit drohte, begann das Projekt Sportvereinszentrum. »Die Verwirklichung ist sein größter Verdienst. Wenn er nicht so konsequent alles immer vorangetrieben hätte, wären wir nicht so weit gekommen.« Auf diesem Feld da fühlt sich der Bauprojektmanager wohl. Bei so viel Energie und Engagement stellt sich aber unmissverständlich die Frage: Was kommt danach? »Da fehlt enorm viel. Ich kann mir das noch nicht vorstellen«, so der VfL-Präsident. »Es wird auf jeden Fall einen Umbruch geben.« Zum Schluss erzählen wir noch eine augenzwinkernde Anekdote, um nicht ganz in der Lobhudelei zu versinken. Hans-Georg mag es nämlich nicht, wenn man ihn Hans-Georg nennt. Hansi rufen ihn normal seine Freunde und Bekannte. Hans-Georg sagt immer nur seine Frau – wenn sie es echt ernst meint.     –diet