»Nur der verdient die Gunst der Frauen, der kräftigst sie zu schützen weiß.« Da haben wir doch gleich einen grandiosen Einstieg ins neue Jahr. Unser fleißigster Ratgeber, eifrigster Mitmacher der heiteren Kolumne hat mal wieder laut gestreckt, als das Thema Frauen auf den Tisch kam. Da lachte sich der Johann Wolfgang von Goethe eins und wollte auch gleich der Erste mit dem Satz sein. In der Tat, es ist ein faszinierendes Gebiet, auf das wir Männer uns seit Menschengedenken einlassen und oft außen vor lassen. Aber davon später und von vorne. Sie gelten als das schönere Geschlecht. Zweifellos sagen die Männer, manche Frauen allerdings zweifeln an sich. Aber eines jedenfalls ist sicher: Was wäre die Welt ohne sie? Ohne das Weibliche? Männer haben die Welt durch die Jahrtausende so gemacht, wie sie ist, die Frauen gucken meist aus der zweiten oder dritten Reihe zu. Dabei sind sie aber keine Heiligen, das wollen wir hier nicht verschweigen, aber es täte dem Allgemeinwohl gut, wenn mehr Frauen mehr zu sagen hätten. Das fiel den Verantwortlichen der Sportregion Stuttgart auf, die sich ja jedes Jahr das Hirn zermartern und das Ländle mit einem neuen Motto beglücken. Als also der Landessportverband am Samstag, 23. Juli 2016 Elvira Menzer-Haasis zur neuen Präsidentin gewählt hat, da horchten ein paar Männer auf. Unter anderem bei Michael Bofinger, Geschäftsführer der Sportregion Stuttgart, machte es klick. Und dann gibt es noch Susanne Eisenmann, die Kultus- und Sportministerin des Landes Baden-Württemberg, da machte es klack, das Ying passte zum Yang, das Weibliche zum Männlichen und Bofinger und Konsorten hatten einen Grund mehr, ein neues Thema in die Welt zu setzen. »Es war ein wichtiger Impuls für unsere Entscheidung, wenn zwei zentrale Stellen des Sports im Land von Frauen besetzt sind« so der Geschäftsführer. Frauen im Sport hat sich die Sportregion in diesem Jahr auf die Fahnen geschrieben, um dem Thema einen Schub zu geben. Denn in Sachen Funktionärinnen im Sport sieht es recht mau aus. Menzer-Haasis und Eisennmann sind die rühmliche Ausnahme, so wie das Weibliche in den Aufsichtsräten, auf Managerposten oder auch in der Politik hinten und vorne fehlt, so steht der Sport da nicht außen vor. Aber nicht nur auf Funktionärsebene gibt es einen immensen Nachhol- beziehungsweise Aufholbedarf. Der Frauensport steht deutlich im Schatten der Männer, krass ist das Beispiel im Fußball: Während die Herren mit den behaarten Beinen, selbst diejenigen Profis, die gerade mal geradeaus laufen können, nicht wissen, was sie mit all dem vielen Geld anfangen sollen, das ihnen nachgeschmissen wird, müssen die weiblichen Kickerinnen noch nebenher arbeiten, um ihrem Hobby nachzugehen. Doch damit nicht genug: Es wurde ja ernsthaft diskutiert und auch durchgesetzt: je weniger Stoff am Körper einer Frau bei manchen Sportarten zu sehen ist, umso mehr Aufmerksamkeit versprechen sich die Männer als Entscheider. Siehe Beachvolleyball oder auch die Leichtathletik: Dort sieht man mehr Haut als Stoff. Keine Frage, wer das durchgesetzt hat. Das sind nur einige Aspekte, die das Themenjahr mit verschiedenen Aktionen beleuchten soll. Zum Schluss geben wir einer deutschen Politikerin Waltraud Schoppe, die es wissen muss, das Wort. »Es gibt ja den schönen Spruch: Hinter jedem Mann, der erfolgreich ist, steht eine Frau, die ihn stützt. Hinter jeder Frau, die erfolgreich ist, stehen drei Männer, die sie zurückhalten wollen.« –diet