Manches klingt so selbstverständlich und ist doch ein rares Gut. Wenn etwa beim FC Römerstein Tatjana Bleher über ihr Engagement spricht. Auf gut schwäbisch hört sich das so an: »Des isch halt so«. Seit über 20 Jahren ist sie ehrenamtlich als Fußball-Jugendleiterin tätig. Seit 2005 führt sie gemeinsam mit Bernd Füllemann die Jugend des FC Römerstein. In dem Jahr kam nämlich dieser Verein als Zusammenschluss des TSV Böhringen und der SF Donnstetten zur Welt. Dort oben auf der Alb ist die Welt noch in Ordnung, könnte man meinen, aber auch hier kommen die Kinder und Jugendlichen nicht von alleine zum Kicken. Auch hier braucht es fähige Trainer und Menschen, die die jungen Menschen verstehen und begeistern. Verstanden haben wir schon im Laufe des Jahres, dass dort oben an der B 28 ein besonderes Völkle lebt, das den Sport und das Ehrenamt lebt – und liebt.
Sonst könnte solch eine Kärrnerarbeit nicht Jahrzehnte lang machen – Ende nicht in Sicht. Einmal ging der Verein in diesem Jahr dabei sogar auf Abwege, der FC Römerstein, ein reiner Kickverein, hatte die Landesauswahl Baden-Württembergs mit Menschen mit mentaler Beeinträchtigung ein Wochenende lang zu Gast. Außerdem hatten sie durch das Integrationsprojekt Bison eine Medaille erhalten.
Damals haben wir das beschrieben, die Sportsfreunde aus Römerstein mit warmen Worten geehrt und gelobt. Heuer nun kam ein Briefle ins Haus in Römerstein geflattert, der ebenfalls eine frohe Botschaft brachte – und nicht nur Worte. Der Württembergische Fußballverband (WfV) zeichnete den Verein FC Römerstein mit dem Vereins-Ehrensamtspreis für besonderes Engagement aus. Für was sie das bekommen hatten, das konnte Tatjana Bleher nicht ganz genau sagen, da hilft Heiner Baumeister vom WFV weiter. »Von der Jury wurde ein besonderes Augenmerk auf Aktivitäten und Projekte neben dem reinen Spielbetrieb gelegt, die den Verein ’fit für die Zukunft machen’. Neben diesen Kriterien waren insbesondere die Qualität der Jugendarbeit, die Anzahl ausgebildeter Jugendtrainer, das soziale und gesellschaftliche Engagement, Kooperationen mit Schulen und anderen Institutionen, die Zusammenarbeit mit dem Bezirk sowie die Anzahl der Schiedsrichter ausschlaggebend für die Prämierung der neuen Preisträger«. In all diesen Fragen holte sich der FC Römerstein die meisten Punkte. Neben eintausend Euro Prämie erhält der Preisträger wertvolle Ausrüstungsgegenstände und natürlich die klangvolle Auszeichnung für die Geschichtsbücher.
Nun ist es an den Verantwortlichen in Römerstein auch einmal das Glas zu erheben und sich ein bisschen sich zurückzulehnen. Die nächste Aufgabe kommt bestimmt.
Da meldet sich doch ganz heftig unser Musterschüler Goethe, der auch noch etwas beitragen möchte. Bitteschön, Herr Geheimrat, sie haben das Wort. »Ein jeder leidet, der nicht für sich selbst handelt. Man handele für andere, um mit ihnen zu genießen.«