In diesen wirren Zeiten, wenn kein Stein mehr sicher auf dem anderen steht, wenn Werte wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Respekt gegenüber Mitmenschen im hohen Bogen über Bord geworfen werden, da ist Mut, Haltung und Anstand angesagt. Viel ist in diesen Tagen die Rede von gegenseitiger Hilfe, Engagement. In unseren Breiten gehört das Ehrenamt noch wirklich in diese Kategorie, knapp die Hälfte der Baden-Württemberger hängt sich in ihrer Freizeit für ohne Geld in eine Aufgabe und vermehrt so den Wert unseres alltäglichen Lebens. Aber von solch einer Geschichte, wie der unserer heutigen haben wir noch selten gehört. Das macht Hoffnung.


Da setzt sich ein junger Mann von 27 Jahren eine Höhenmaske auf und läuft beim Alb-Gold-Winterlauf-Cup mit. Aber damit noch nicht genug: Arthur Wagner, so heißt der junge Mann, rennt nicht in leichten, stylischen Läuferklamotten, nein, die schützende aber schwere Feuerwehrkluft muss es sein. 10 Kilometer weit will er sich damit quälen, schwitzen, keuchen. Der Feuerwehrmann aus Eningen und Feuerwehrmann aus Glems stellt dabei seine Fitness in den Dienst einer guten Sache. Mit seinem Lauf, den Wagner im Namen der Aktion »Firefighters for benni & Co« in Angriff nimmt, sammelt er Spendengelder für an der Muskeldystrophie Duchenne erkrankte Kinder. Die seltene, noch immer unheilbare Krankheit, ist gekennzeichnet durch Muskelschwund, der im fortgeschrittenen Stadium auch die Herz- und Atemmuskulatur befällt. Auf die Sache ist der 27-Jährige auch durch seine Begeisterung für Bewegung gekommen. Denn Feuerwehrsport betreibt er schon lange. »Da ist einer auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich für diese gute Sache mitlaufen will. Das war für mich selbstverständlich«.


Nur sechs Läufer, die mit Höhenmaske solche Aktionen machen, gibt es in ganz Deutschland. In Baden-Württemberg ist Wagner der einzige. Und für ihn ist der Start beim Winterlauf-Cup Premiere. »Ich bin dankbar, dass ich gesund bin und möchte mit meinem Lauf die Menschen für diese Sache sensibilisieren. Jeder kann im Kleinen dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen«, sagt der Glemser. Dem ist nichts hinzuzufügen.