Was Menschen leisten können – im Bösen – hören, sehen oder lesen wir jeden Tag im Radio, Fernsehen oder Zeitung. Was Menschen leisten können – im Guten – das dringt seltener an das Licht der Öffentlichkeit, aber spürbar im Alltag ist es allemal. Etwas Ungewöhnliches passierte am Samstagnachmittag vor dem Kundencenter des Nudelherstellers Alb-Gold.
Hinter der Ziellinie des Winterlauf-Cups brach Arthur Wagner zusammen, er konnte schlicht nicht mehr.
Unter der Last von zehn Kilometern Lauf mit Feuerwehr-Ausrüstung und einer Sauerstoffmaske die eine Höhe von 1500 Meter simulierte, fällt selbst der stärkste Kerle um. Und holt sich den Respekt eines anderen Kerle, der Zehnter beim Iron Man auf Hawaii war. »Arthur hat Unmenschliches geleistet«, adelt ihn Winterlauf-Organisator Matthias Klumpp.
Er hat es also geschafft. Der Glemser und Eninger Feuerwehrmann, den wir vor einer Woche an gleicher Stelle vorgestellt haben, ging an den Start und kämpfte sich Schritt für Schritt seinem ehrgeizigen Ziel entgegen. Die zehn Kilometer lange Strecke des Winterlauf-Cups in Trochtelfingen unter eben den beschwerlichen Umständen zu laufen.
Seine Motivation ist einfach: Der 27-Jährige sammelt Spendengelder im Namen der Aktion »Firefighters for benni & Co« für an der Muskeldystrophie Duchenne erkrankte Kinder. Die seltene, noch immer unheilbare Krankheit, ist gekennzeichnet durch Muskelschwund, der im fortgeschrittenen Stadium auch die Herz- und Atemmuskulatur befällt. So weit, so gut. Sein Vorhaben es umzusetzen ist denkbar anstrengend. Es war ein Kampf, sagt der Lagerist der Handschuhmanufaktur Seiz in Glems. Nach zwei Runden habe er tatsächlich daran gedacht, aufzuhören, schließlich war er auch noch mit einer Erkältung gestartet. Doch die gute Sache und der Ehrgeiz haben sich vereint in ihm, »nach acht Kilometer hab ich die Jacke geöffnet und den Dampf abgelassen.«
Irgendwie schaffte er es dann bis 500 Meter vors Ziel. Dort warteten viele Kinder, erzählt er, mit feuchten Augen und Rührung in der Stimme, »die haben auf mich gewartet«. Von da an sei es ein Traum gewesen. »Wir sind gemeinsam über die Ziellinie gelaufen.« Viele an der Strecke haben ihn angefeuert und vorwärtsgetrieben. Vorwärts ging es auch bei drei anderen Feuerwehrleuten: Daniel Klumpp, Dirk Mauser und Armin Ruoff hatten sich vorgenommen, in Ausrüstung mitzulaufen. Fünf Kilometer haben sie sich vorgenommen, auch dieser Leistung gebührt Respekt. Arthur Wagner hat sich schnell von seinen Strapazen erholt. Am Abend hat er sich schon wieder amüsiert, ohne Alkohol, und er plant schon seinen nächsten Lauf. Vermutlich in Bad Urach beim Stadtlauf will er wieder seinen Teil »dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen«.     –diet 
 
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