Zwölf intensive Monate liegen hinter uns, ein jeder trägt ein Päckchen mehr Erfahrung mit sich herum – und stellt es oft gedankenlos in eine Ecke. Viele schöne, große, gar erhabene Augenblicke verschwinden darin und werden vergessen. Wir wollen uns heute erinnern an solche Momente, die wir hier am Schreibtisch mit den Sportsfreunden des Jahres verbracht haben. Und am Ende kommt ein Busch.
Eine Wertung allerdings unterlassen wir, das lassen wir den Fußballern, die ja sowieso immer nur den einen wählen, als ob andere nicht kicken könnten.
Naja der portugiesische Balltreter hat hier ja nichts zu suchen in dieser launigen allseits beliebten Kolumne. Vielmehr finden sich hier Menschen, denen der Sport eine Herzensangelegenheit ist, die sich mit ihrer Leidenschaft einen Namen gemacht haben und den Namen ihrer Heimatgemeinde oder ihres Vereins in die Welt hinausgetragen haben. Es sind Menschen, die am Rande des Sports in Sportarten ihre Erfüllung gefunden haben, die nicht permanent von Fernsehkameras oder Reportern großer Zeitungen beobachtet und deshalb im allgemeinen Gedächtnis nicht vorkommen. Es waren Geschichten voller Leben, mit Trauer, grenzenloser Freude, Hoffnungen, Träume und Zielen. Und am Ende kommt ein Busch.

Franziska Brauße, die junge Radrennsportlerin, beehrte uns gleich zweimal. Einmal erzählte sie, wie es war, im Backofen von Katar zu radeln und das nur dadurch erträglich wurde, dass man sich vor dem Start einfach nass gemacht hat. Lange hielt es nicht. Dafür hält sie aber felsenfest an ihrem sportlichen Ziel fest. Franziska Brauße will das Radrennen professionell betreiben, und sie fliegt gern im Kreis um die Kurven. »Es gibt nichts Schöneres, als auf der Bahn zu fahren.«
Wir haben eine Geschichte ausgegraben von einem jungen Mann, der wiederum eine außerordentliche Geschichte in der Geschichte des VfB Stuttgart gefunden und veröffentlicht hat. Der Stuttgarter Vorzeige-Klub reiste in den 1950er Jahren offiziell nach Mexiko, Adriano Gomez-Bantel hat darüber ein Buch geschrieben.
Neue Sportarten wie Crossminton oder Loopy Ball haben unseren Horizont erweitert, wir haben gelernt, dass selbst das härteste Sitzfleisch eines Mountainbike-Profis wie Jochen Käß aus Ofterdingen einmal eine Pause braucht; die Langstreckenläuferin Pamela Veith, auch ein immer wieder gern gesehener Dauergast unserer Kolumne, läuft sogar an ihrem Geburtstag oder gerade dann, und wir haben erfahren, dass ein Kickerfunktionär es mit dem Laufen ernst meint. Timo Schyska, noch Fußball-Abteilungsleiter der ziemlich erfolgreichen Verbandsliga-Kicker des VfL Pfullingen, ging in der Rückrunde der Aufstiegssaison per pedes zu jedem Auswärtsspiel im Bezirk Alb. Das kann ziemlich weit sein, da war auch Rottenburg ein Ziel. Und am Ende kommt ein Busch. 
Doch der Sportsfreund ist ja auch ein Spiegel des Lebens, und hier gibt es eben nicht immer nur Spektakuläres oder Besonderes, sondern der Tod gehört eben auch zum Leben dazu. Wir trauern um Asun Kramer, die gerade eine Rollstuhl-Hip-Hop-Gruppe in Tübingen gegründet, trainiert und begleitet hatte. Das 26-jährige Energiebündel verstarb sehr plötzlich und hinterlässt eine große Lücke. Es ist ein großes Sammelsurium an Erfahrungen, an Freude und Leid, dem wir in den Geschichten der Menschen begegnen.
Einer sei am Schluss noch erwähnt, wobei wir allerdings anmerken, dass die Auswahl keine Wertung war. Allen Menschen, die hinter diesen Geschichten stehen, gehört großer Respekt für ihre Leistung und Leidenschaft. Doch an Karl Villgrattner wollen wir doch noch erinnern. Den 75-Jährigen hatten wir vom Ergometer geholt und mit ihm ein wunderbares Gespräch geführt über Sport, Fitness im Alter und die Pflicht sich zu bewegen. Der Grund für unseren Anruf war die Teilnahme des Pfullingers an der Weltmeisterschaft im Sensenmähen. Den Titel hat er nicht geholt, aber uns ein paar wunderbare Sätze in den Block diktiert, die wie eine Motivation für das kommende Jahr klingen. »Wenn man am Morgen gelaufen ist, dann hat der Tag einen besseren Wert.«

In diesem Sinne allen Sportsfreunden und solchen, die es noch werden wollen, einen unfallfreien Rutsch ins kommende Jahr. Psst! Pssst! Psssst! »Herr Goethe?« »Nein Busch, Wilhelm Busch.« »Sie wollen noch was beitragen? Bitte, gerne!«
»Will das Glück nach seinem Sinn 
Dir was Gutes schenken, 
Sage Dank und nimm es hin 
Ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt, 
Doch vor allen Dingen: 
Das, worum du dich bemühst, 
Möge dir gelingen.«
»Danke.«
»Bitte.«     –diet