Gesottene Rehkeule in Meerrettichsauce mit Bouillonkartoffeln

Zutaten:
1 Zwiebel
2 Karotten
100 g Knollensellerie
1 Stange Lauch
2 EL Rapsöl
Salz, Pfeffer
1 kg Rehkeule (ausgelöst)

Bouillonkartoffeln:
1 kg Kartoffeln
2 Karotten
100 g Knollensellerie
1 Stange Lauch

Meerrettichsauce:
2 EL Butter
2 EL Mehl
1-2 EL Meerrettich
100 g Crème fraîche

Zubereitung:
Zwiebel, Karotten und Sellerie schälen, Lauch putzen und waschen. Das Gemüse in grobe Stücke schneiden und im heißen Öl scharf anbraten. Würzen und mit 2 bis 3 l Wasser aufgießen. Aufkochen und die Keule in die kochende Brühe geben. Sie sollte ganz mit Wasser bedeckt sein. Zugedeckt ca. 90 Min. garen. Wenn das Fleisch weich ist, aus der Brühe nehmen, diese durch ein Sieb gießen und auffangen.

Fotostrecke 2 Fotos

Bouillonkartoffeln: Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. In einen Teil der Brühe geben und weich kochen. Gemüse waschen und in noch kleinere Würfel schneiden. Kurz vor Garende der Kartoffeln das Gemüse zufügen und mit kochen.

Meerrettichsauce: Die Butter schmelzen, das Mehl darüber geben und anschwitzen. Mit 400 ml Brühe aufgießen und 10 Min. köcheln lassen. Meerrettich und Crème fraîche zufügen und würzen. 

 

DER SONNTAGSBRATEN

Der Name ist Symbol. Früher stand der Sonntagsbraten auf fast jedem Tisch. Die Familie versammelte sich zum Essen, das sich vom Rest der Woche unterschied. Die Zeiten ändern sich. Heute soll der Sonntagsbraten für das Besondere im Alltäglichen stehen und will Anregungen geben, sich selbst an den Herd zu stellen oder das Angebot der hervorragenden Küche aus der Region zu testen.     –diet

 

 

DER INHABER

Daniel Seywald machte die Sportparkgaststätte wieder hoffähig und pflegt ein nicht alltägliches Hobby 

Der Metzgermeister jagt mit einem Vogel

Wenn am Himmel ein Greifvogel kreist, dann fliegen seine Gedanken in die Freiheit. Daniel Seywald genießt den Anblick der majestätischen Tiere und »könnte stundenlang ihrem Flug zuschauen«. Der Inhaber der Sportparkgaststätte an der Kreuzeiche schwärmt und lässt seinem Traum aus Kindheitstagen Taten folgen.
Seit fünf Jahren kocht, siedet, organisiert der 47-Jährige mit seiner Ehefrau Elke Stautner das Gasthaus an der Kreuzeiche und hat es geschafft, es wieder hoffähig zu machen, nachdem es in der Gunst des Gastes gesunken war. Mit viel Einsatz, viel Leidenschaft, viel Ideen und Kreativität und nicht zuletzt mit Können. Der Metzgermeister nutzt alle seine Ressourcen die er sich erarbeitet hat und seine umtriebige Mentalität, um seinen Traum von einem Gastwirt zu verwirklichen. Nicht einfach nur schwätza, sagt der sympathische Schwabe sondern macha.
Vor fünf Jahren trafen wir ihn zu Beginn seiner Zeit im Sportpark, damals setzte das Paar seine ganze Kraft dafür ein, Menschen davon zu überzeugen, wieder in die Sportparkgaststätte zu kommen.

Jagdschein gemacht
Das gelang mit unglaublich viel Einsatz am Herd und am Gast, mit vielen Aktionen und natürlich gutem Essen. Doch einfach nur Gastwirt sein, das reicht einem Daniel Seywald nicht. Schließlich hat er Träume, er will was bewegen, schließlich will er nichts geringeres als sein persönliches Leben bereichern und andere daran teilhaben lassen. Damals Mitte 2011 sprach er schon davon, eines Tages den Jagdschein zu machen. Drei Jahre hat es noch gedauert, bis er seinen Worten Taten folgen ließ, doch dann ging es schnell. Seine Jagdprüfung legte er nach drei Wochen ab und nun findet sich der Wirt immer wieder auf einem Hochsitz und auf seiner Speisekarte gehören Wildgerichte zur Sportparkgaststätte wie der Turm zur Kirche. Diesen Traum hat er sich erfüllt, und er genießt ihn. Das scheint ansteckend zu sein. Denn seine Ehefrau begleitete den Jungjäger und war am Anfang fasziniert und nicht viel später infiziert. Also machte auch sie den Jagdschein, »es macht einfach Spaß und man vergisst seinen Alltag«, so Stautner. Wenn sie sich dann mal frei machen können von der Wirterei im Sportpark, dann ziehen sie gemeinsam los in den Wald nach Pfullingen zum Wild. Dort gab die Stadt Begehungsscheine aus, die auch Jungjäger nutzen können. »Wir sitzen aber auf verschiedenen Hochsitzen, so Seywald. »Ich genieße die Ruhe und komme dabei zur Ruhe.« Die Geschichte könnte jetzt zu Ende sein, aber wir erzählen ja aus dem Leben von Daniel Seywald und da gibt es keinen Schluss.

Noch ein Kindheitstraum
Denn dieser Mann hat viele Träume und spätestens zu dem Zeitpunkt, als er auf dem Hochsitz mal wieder einen Bussard beobachtet hat, entschloss er sich Falkner zu werden. Auch die älteste Jagdform der Menschen verfolgt ihn seit Kindestagen, also machte er sich ans Werk. In der Jagdschule Schrag in Aldingen bei Tuttlingen lernte er das Handwerk, das von der Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichnet ist. Spätestens jetzt beginnen seine Augen noch heller zu leuchten, denn ein Falkner braucht ja auch einen Vogel. Hinterm der Sportparkgaststätte wartet das Tier. Ein Harris-Hawk oder südamerikanischer Wüstenbussard sitzt dort und wartet auf den Einsatz. Seit Ende vergangenen Jahres hegt und pflegt der Gastwirt seinen Vogel, bildet ihn als Jagdgeselle aus und war auch schon mit ihm unterwegs. Skadi, so heißt die Bussarddame, lerne ziemlich schnell. Zu ihrem Beuteschema gehören Kaninchen genauso wie Ringeltauben oder Krähen und für das Schadwild will er sie einsetzen. Krähen oder Tauben können Landwirten nämlich erheblichen Schaden anrichten, ihre Population nimmt überhand. Doch momentan ist Mauser und der Vogel etwas durch den Wind. Gleichwohl Daniel Seywald genießt die Arbeit mit seinen Tieren, er besitzt noch zwei Hunde. »Andere sammeln Briefmarken oder gehen kicken, das ist halt mein Hobby.« Bei dem der umtriebige Mann wunderbar zur Ruhe kommen kann.
Was aber noch lange nicht heißt, dass er keine Ideen mehr hat. Der Mensch braucht eine Perspektive und Aufgaben, die ihn immer wieder fordern. Danach lebt Seywald und seine Frau. Er hat schon wieder neue Pläne. Doch das ist wirklich eine andere Geschichte.     –diet 

 

DAS GASTHAUS

Sportparkgaststätte Reutlingen

Es liegt ideal für Ausflüge ins Grüne. Vom Restaurant Sportpark an der Kreuzeiche »bietet sich ein herrliches Panorama auf unsere heimatlichen Berge ... eingebettet in das Grün der Wiesen und Wälder umgeben von einer Bergkette. Eine Stätte der Freude und Erholung, ein Geschenk an unsere Jugend und die ganze Einwohnerschaft.« So schwärmte der GEA nach der Eröffnung des Kreuzeichestadions 1953. 
Die Sportparkgaststätte kam in den Siebziger Jahren dazu. Das Lokal bietet 140 Menschen Platz, 60 dazu in einem Nebenraum. Zwei Kegelbahnen laden zu einem beliebten Freizeitvergnügen ein. Im Biergarten finden mindestens 130 Personen Platz und genießen den Blick auf das prachtvolle Stadion oder die Berge der Umgebung. Natürlich ist die Sportpark Gaststätte geprägt durch den Sport respektive Fußballbetrieb auf dem großen Gelände drumherum.      –diet 

 

DER WEINTIPP

Wein -Tipp von Ute Schall                                      –Anzeige–

Zweigeltrebe von Ellwanger 

Zum gesottenen Reh von Daniel Seywald empfiehlt Ute Schall vom Weinhaus Schall eine Zweigeltrebe trocken vom Weingut Jürgen Ellwanger aus Winterbach im Remstal. Die österreichische Rebsorte wird bei dem Winzer erfolgreich angepflanzt und lässt ihre Samtigkeit und Kraft sowie die Aromen nach Süßkirsche hervorragend zu dem aromareichen Gericht wirken.      –diet