NEHREN. Die Cafeteria im Pflegewohnhaus Nehren platzte aus allen Nähten – so viele Leute waren gekommen, um zusammen den symbolischen Spatenstich für die Wohnen-Plus-Residenz direkt nebenan zu feiern. 

»Nicht noch ein Pflegeheim, sondern Pflegewohnungen« sollen dort entstehen, so der Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung, Bernhard Schneider. Neben den 30 Wohnungen wird es auch eine Tagespflegeeinrichtung für 15 Personen geben. Zudem werden dort Räumlichkeiten geschaffen für die Mobilen Dienste, die unter anderem Pflege, Betreuung und hauswirtschaftliche Unterstützung anbieten. Auch eine Physiotherapiepraxis und einen sogenannten Quartierstreff soll es geben. Dieser soll ein Treffpunkt für alle sein - sowohl Bewohner als auch Besucher. Unterstützt durch den Freundeskreis Pflegewohnhaus Nehren wird es dort neben Kaffee und Kuchen auch kulturelle Veranstaltungen geben, wie Konzerte, Vorträge und Lesungen. Über die Veranstaltungen werden die Bewohner unter anderem auch über ihr »Aladien«-Tablet informiert. 

Es darf auch mal digital sein

»Aladien« steht für Alltagsunterstützende Assistenzsysteme und Dienstleistungen. Das seniorenfreundliche Tablet spielt eine große Rolle in puncto Sicherheit und Service im Alltag der dort heimischen Menschen. Neben einer Sicherheitsfunktion - die Inaktivitätserkennung durch Bewegungsmelder, lassen sich mit dem System, ähnlich wie mit Aladins Lampe so manche Wünsche erfüllen. Unter anderem die elektrischen Rollläden bedienen, Licht an und ausschalten, ohne aus dem gemütlichen Sessel aufzusteigen. Natürlich geht das mit dem Licht und den Rollläden auch manuell, wenn man es möchte.

Selbstbestimmung

Auch im Alter noch selbstbestimmt leben können - das ist ein großes Bedürfnis von vielen Menschen. Um diesem Wunsch nach Selbstbestimmung und Teilhabe nachzukommen, sind in letzter Zeit neue Konzepte entwickelt worden. Eines davon ist das »Wohnen-Plus« der Evangelischen Heimstiftung. Sinn der Sache ist es verschiedene Wohnformen und Dienstleistungen je nach Bedarf unter einem Dach anzubieten. »Es bedeutet, dass wir pflegebedürftigen Menschen eine hohe Versorgungssicherheit, gesellschaftliche Teilhabe und damit Lebensqualität ermöglichen können - und zwar im ambulanten und nicht im stationären Setting« so die Erklärung von Bernhard Schneider.

Mittendrin statt nur dabei

Kein Zufall, sondern absolut beabsichtigt ist die Lage des neuen Komplexes - nicht abgeschieden auf einem Hügel hinter den Bergen, sondern mitten im Getümmel. In direkter Nachbarschaft zu einem Kindergarten, dem Feuerwehrhaus und einer in Bälde von den Jugendlichen gestalteten Parkanlage sollen dort zahlreiche generationsübergreifende Begegnungen möglich sein. Für den Bau der neuen Residenz nimmt die Evangelische Heimstiftung rund acht Millionen Euro in die Hand. Geplant ist die Fertigstellung des neuen Domizils für Ende 2020.                                                                                                                                                                                                 –boe