TÜBINGEN. Der Baggerarm reckt sich in den Himmel, dazu schallen gespenstische Klänge aus den Boxen, die Thomas Maos auf der E-Gitarre produziert. Mit dieser Klangperformance geht das Sudhaus Tübingen an die Erweiterung. »Endlich«, findet Geschäftsführer Adalbert Sedlmeier. »Für uns und Tübingen ist das ein Anfang.« Nun beginnt der Bau der neuen Veranstaltungshalle, die mit moderner Technik und einer beweglichen Tribüne ausgestattet wird. Laut Architekt Gerhard Schulz umfasst diese 470 Sitz- und 800 Stehplätze.

Baukosten 7,4 Millionen Euro

Außerdem sollen die Toilettenanlagen renoviert werden. »Wir sehen uns Reutlingens vorteilhafter Lage und dessen Kulturkonzept gegenüber. Mit der Erweiterung wollen wir auch konkurrenzfähig bleiben«, erklärt Oberbürgermeister Boris Palmer. Schon 2009 beschloss der Gemeinderat, dass das Sudhaus renovierungsbedürftig sei. Grund dafür waren vor allem die fehlende Barrierefreiheit und der geringe Platz. »Eine große Hürde war das Lärmschutzrecht, da der angrenzende Verkehr schon sehr laut ist für die Anwohner«, so der Oberbürgermeister. Nach vielen Diskussionen wurden sich jedoch alle einig. Zwar gibt es den neuen Anbau, doch die Veranstaltungstage sind begrenzt. Zusätzlich errichtet die Stadt eine Lärmschutzwand für die Pausen und baut eines neues Parkhaus mit 80 Stellplätzen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 7,14 Millionen Euro. »Wir verbringen die Bauzeit natürlich nicht ohne Kultur«, betont Geschäftsführer Sedlmeier. »Mit Biergarten, Waldbühne, der Theaterwerkstatt und den 150 Künstlern, die ein- und ausgehen, ist ein Sommerprogramm garantiert.« Vorstand Gernot Hörtdörfer betont erfreut, dass der Gemeinderat gesammelt hinter dem Projekt stehe. Im Anschluss an den Baggerstich brachte es die Comedystube in ihrer Vorstellung auf den Punkt: »Das Märchen vom Sudhaus wird endlich wahr.« Genauer gesagt im Oktober 2020, wo die Halle voraussichtlich in Betrieb genommen wird.                                                                  -ras